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In Indien : Ein Brand in der größten Impfstoff-Fabrik

Bilder zeigen große Rauchschwaden, die aus der Front eines Neubaus auf dem Gelände des SII dringen. Bild: Reuters

In der größten Fabrik der Welt für die Herstellung eines Impfstoffes gegen Corona ist in Indien ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Fünf Menschen kamen ums Leben. Die Impfstoff-Produktion soll nicht betroffen sein.

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          In der größten Fabrik der Welt für die Herstellung eines Impfstoffes gegen Corona ist am Donnerstagnachmittag ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Nach ersten Angaben verloren fünf Menschen beim Brand im Serum Institute of India (SII) in der indischen Industriestadt Pune vor den Toren Bombays (Mumbais) ihr Leben. Bilder zeigten große Rauchschwaden, die aus der Front eines Neubaus auf dem Gelände des SII dringen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Firmenchef Adar Poonawalla erklärte, die Produktion des Impfstoffs Covishield des schwedischen Konzerns Astra-Zeneca und der Universität Oxford sei von der Katastrophe nicht betroffen. Die Ursache des Feuers in dem Neubau ist noch nicht bekannt – der Ministerpräsident des Bundesstaates Maharashtra sprach von einem Kurzschluss, andere spekulierten über Schweißarbeiten. Zwar werden die Vakzine in derselben Fabrik produziert, jedoch soll der zerstörte Neubau rund einen Kilometer entfernt von den Abfüllanlagen liegen.

          Schon vor der Erweiterung konnte SII 500 Fläschchen in der Minute befüllen. Mehr als 1,5 Milliarden Dosen jährlich stellt das Privatunternehmen in Pune her. Dessen Chef, der Multimilliardär Adar Poonawalla, rühmt sich, dass er und seine Leute die Voraussetzung dafür geboten hätten, gut 65 Prozent aller Kinder in 170 Ländern der Erde wenigstens einmal gegen Tuberkulose, Diphtherie, Tetanus oder Masern geimpft zu haben. Auch der amerikanische Milliardär und Wohltäter Bill Gates lobte die Vakzin-Hersteller Indiens gerade. „Ich bin begeistert, dass die Pharmaindustrie dort in der Lage ist, nicht nur für Indien, sondern für die ganze Welt zu produzieren“, sagte der Mitgründer des Microsoft-Konzerns jüngst. „Das ist es, was wir brauchen, um die Zahl der Todesfälle zu verringern und sicherzustellen, dass wir immun werden, womit wir die Seuche abschaffen.“

          Gegründet hatte die Impfstofffabrik 1966 Cyrus Poonawalla, der Vater des heutigen Chefs, der das Ruder vor nun schon neun Jahren übernommen hat. Inzwischen residiert SII auf einem riesigen grünen Campus, den Akademien der Internetunternehmen Cisco oder Google in Bangalore oder Hyderabad nicht unähnlich. Laufen die Maschinen in den neuen Hallen auf Hochtouren, will Poonawalla hier bis zu zwei Milliarden Impfdosen pro Jahr herausbringen. Das wäre fast das Doppelte des zweitgrößten Herstellers Sanofi – der im Übrigen die meisten seiner Impfdosen ebenfalls in Indien abfüllen lässt. DieFirmenzentrale ist um eine Springbrunnen angeordnet.

          Das Vermögen der Gründerfamilie, die einen firmeneigenen Airbus A320 fliegt, wird auf rund 13 Milliarden Dollar geschätzt. Die Poonawallas leben das Leben der superreichen Inder, mit einer Garage für 35 Luxuslimousinen – unter anderem einen Mercedes, der zum Batmobil umgestaltet wurde.

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