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Gleiche Virenlast : Drosten bleibt bei Aussage zu Corona-Verbreitung durch Kinder

Christian Drosten erforscht das Coronavirus seit Beginn des Jahres. (Archivbild) Bild: dpa

Auch in der überarbeiteten Fassung seiner Studie findet das Team um Christian Drosten keine Hinweise darauf, dass Kinder nicht so ansteckend sind wie Erwachsene. Bei der Öffnung von Kitas und Schulen raten die Experten zur sorgsamen Überwachung.

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          Der Virologe Christian Drosten hält an seiner Aussage fest, dass sich die Virus-Last von Kindern und erwachsenen Covid-19-Infizierten nicht wesentlich unterscheidet. In einer überarbeiteten Fassung der Studie schreiben die Forscher, es gebe keinen Beleg für die Vermutung, dass Kinder weniger ansteckend sein könnten als Erwachsene. In der Diskussion über Kitas und Schulen warnt das Team um Drosten weiter vor den Gefahren einer uneingeschränkten Wiederöffnung. Allerdings formulieren sie ihre Schlussfolgerungen vorsichtiger als in der ersten Version: Die Wiederöffnung der Einrichtungen sollte mit vorbeugenden diagnostischen Tests sorgsam überwacht werden, heißt es nun; damals hatten sie vor der uneingeschränkten Wiederöffnung gewarnt.

          Alexander Haneke

          Redakteur in der Politik.

          Drosten war im April mit der ersten Fassung seiner Studie teils auf Kritik gestoßen. Das Berliner Charité-Team hatte die Menge an Virus im Rachenraum von mehr als 3303 Infizierten untersucht, da teilweise vermutet wird, dass mit Sars-CoV-2 infizierte Kinder weniger ansteckend sind als Erwachsene. Dabei sahen die Forscher um Drosten keine statistisch erheblichen Unterschiede zwischen den Altersgruppen und kamen zu der Aussage, dass Kinder genauso infektiös sein könnten wie Erwachsene.

          Kritiker hatten zum einen angemerkt, dass Drosten bei der Ansteckungsgefahr die allgemeinen Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen zu wenig berücksichtigt habe. So zeigen Kinder etwa einen deutlich geringeren Hustenstoß, weshalb auch bei gleicher Viruslast im Rachen weniger Erreger nach außen dringen können. Auch wurde moniert, dass die Gruppe der untersuchten Kinder zu klein sei, um allgemeine Schlüsse daraus zu ziehen; zur Altersgruppe bis sechs Jahre zählten nur 38 Kinder. Statistiker hatten schließlich auf methodische Feinheiten hingewiesen, die verbesserungswürdig seien.

          In der zweiten Fassung der Studie berücksichtigten die Forscher um Drosten nun einige Anregungen. So teilten sie etwa die Altersgruppen anders ein und verfeinerten die statistische Methodik. Drosten bedankte sich auf Twitter für die „hilfreichen Kommentare“ aus der Fachwelt. Inhaltlich änderte sich allerdings wenig an den Ergebnissen. Allein die Empfehlungen an die Politik fielen etwas zurückhaltender aus: Aufgrund der Daten und der bestehenden Unsicherheiten „raten wir zur Vorsicht und zur umsichtigen Überwachung“ der Aufhebung der Corona-Maßnahmen, heißt es in dem Text. „Insbesondere liefert die Studie keinen Beleg für die Annahme, dass Kinder weniger infektiös sein könnten als Erwachsene.“

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