https://www.faz.net/-guw-adum8

Nicht nur Inzidenz : Dreyer dringt auf umfassenderen Corona-„Warnwert“

  • Aktualisiert am

Malu Dreyer fordert unter anderem auch die Auslastung der Krankenhäuser (hier die Intensivstation des Krankenhauses in Ludwigsburg im Januar) zu berücksichtigen. Bild: dpa

Nicht nur die Inzidenz müsse in den Blick genommen werden, sagt Malu Dreyer. Vorbild könne Mecklenburg-Vorpommern sein. Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz bringt auch eine Abschaffung der Beschränkungen ins Gespräch.

          1 Min.

          Vor dem Hintergrund sprunghaft steigender Corona-Inzidenzen hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) einen neuen Maßstab zur Beurteilung der pandemischen Lage gefordert. „Wir schauen natürlich auch mit Sorge auf diese Zahlen“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Dennoch möchte ich sagen, dass die Inzidenz heute viel weniger über die Gefahr einer Erkrankung und die mögliche Belastung des Gesundheitssystems aussagt, als das noch vor einem halben Jahr der Fall war – einfach deshalb, weil immer mehr Menschen geimpft werden.“ Deswegen müssten sich die Bundesländer mit der Bundesregierung auf einen „neuen Warnwert“ verständigen.

          Die Ministerpräsidentin schlug vor, die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner mit der Lage in den Krankenhäusern zu verknüpfen: „Wer wird eingeliefert, wer muss auf die Intensivstation?“ Konkret empfahl sie ein Ampelsystem nach dem Vorbild Mecklenburg-Vorpommerns: „Genau so eine Orientierung brauchen wir bundesweit.“ Auch Berlin hat eine sogenannte Corona-Ampel, die neben der Sieben-Tage-Inzidenz den R-Wert und die Belegung der Intensivstationen berücksichtigt.

          Dreyer sprach sich dafür aus, bei der kommenden Ministerpräsidentenkonferenz im August über die Aufhebung sämtlicher Corona-Beschränkungen zu beraten. Es stelle sich die Frage: „Wie viel Grundrechtseinschänkung geht überhaupt noch, wenn Ende August alle Erwachsenen ein Impfangebot bekommen haben?“ Zu klären sei auch, wie der Staat reagieren soll, „wenn ein Clubbesitzer eine Veranstaltung anbietet nur für Geimpfte“.

          Die Regierungschefin lehnte auch Einschränkungen für Nicht-Geimpfte bis hin zu Reiseverboten ab, wie sie die Kassenärztliche Vereinigung in Rheinland-Pfalz ins Spiel gebracht hatte. „Das würde vor allem Familien treffen. Selbst wenn die Eltern geimpft sind, könnten Sie nicht reisen, wenn die Kinder nicht geimpft sind“, sagte Dreyer und bekräftigte, dass eine Impfpflicht ausgeschlossen sei.

          Weitere Themen

          Aufklärung unerwünscht

          Explosion im Beiruter Hafen : Aufklärung unerwünscht

          Ein Jahr nach der Explosion im Hafen von Beirut hält Libanons politische Klasse zusammen: Niemand soll erfahren, wie es zu dem Desaster kam. Unterdessen türmt sich die nächste Katastrophe auf – Tag für Tag.

          Topmeldungen

          Am Haus des Innenministers: Demonstranten, darunter viele Angehörige von Opfern der Explosion im Hafen, am 13. Juli in Beirut

          Explosion im Beiruter Hafen : Aufklärung unerwünscht

          Ein Jahr nach der Explosion im Hafen von Beirut hält Libanons politische Klasse zusammen: Niemand soll erfahren, wie es zu dem Desaster kam. Unterdessen türmt sich die nächste Katastrophe auf – Tag für Tag.
          In der Krise haben viele Unicorns das Licht der Welt erblickt.

          Start-ups und Corona : Die fabelhafte Welt der Einhörner

          Die Anzahl riesiger Start-ups ist in der Pandemie gestiegen, der Unternehmergeist wirkt wie beflügelt. Heute tummeln sich mehr Einhörner in der Welt als je zuvor. Es ist eine Welt wie aus dem Märchenbuch.
          Nicht mehr das Gelbe vom Ei: Die FDP

          Eine Partei auf Sinnsuche : Warum die FDP bunter werden muss

          In Frankfurt zeigt sich, dass die Klientel der Liberalen längst viel bunter strukturiert ist, als manche Altvorderen in der Partei meinen. Der vermeintlich typische FDP-Wähler ist eine Spezies, die selten geworden ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.