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Falsche Corona-Atteste : Ärztin soll mit falschen Corona-Attesten Geschäfte gemacht haben

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Für Menschen, die keine Maske tragen wollen, soll eine Ärztin aus Sachsen falsche Atteste ausgestellt haben. (Symbolbild) Bild: dpa

Im Minutentakt und gegen Geld soll eine Ärztin falsche Corona-Atteste ausgestellt haben. Die Ermittler sprechen von einer Vielzahl an Fällen.

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          Polizei und Staatsanwaltschaft in Dresden ermitteln gegen eine Ärztin aus Sachsen, die bundesweit falsche Corona-Atteste gegen Geld ausgestellt haben soll. Es gehe um eine Vielzahl von Fällen, teilten die Ermittler am Freitag in Dresden mit, nachdem sie am Donnerstag 84 Objekte durchsucht hatten. 71 davon liegen in Mecklenburg-Vorpommern, vier in Sachsen sowie neun weitere in Brandenburg, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Laut den Ermittlern soll die Frau seit Beginn der Covid-19-Pandemie gewerbsmäßig Gefälligkeitsatteste ausgestellt haben, in denen Patienten pauschal und fälschlicherweise bescheinigt wurde, dass das Tragen von Schutzmasken für sie schädlich sei, ein unbegrenztes Impfverbot für sämtliche Impfungen bestehe und Corona-Tests aus medizinischen Gründen lediglich mithilfe von Speichelproben möglich seien.

          Die Atteste habe die Ärztin häufig bei Sammelterminen im Minutentakt ausgestellt, wobei sie je Attest 25 Euro verlangt habe. Insgesamt habe sie dadurch Einnahmen in Höhe von mindestens 60.000 Euro erzielt. Die Ermittler hatten bereits im März Wohn- und Geschäftsräume der Ärztin durchsucht. Dabei stießen sie auf ein bundesweites Netzwerk. So habe die Beschuldigte etwa mit Heilpraktikern und auch Bestattungsunternehmen zusammengearbeitet, die ihr gegen Gewinnbeteiligung nicht nur ihre Räume für die Attestvergabe zur Verfügung gestellt, sondern auch im Vorfeld die Termine organisiert und Bestellungen weitergeleitet hätten.

          Wegen des immer größer gewordenen Ausmaßes der Vorwürfe hat die Polizeidirektion Dresden eine eigene Ermittlungsgruppe „Atteste“ mit zurzeit sieben Beamten gegründet. Diese kümmern sich laut Mitteilung nun auch um die Inhaber der Atteste, gegen die wegen Anstiftung zum Ausstellen falscher Gesundheitszeugnisse ermittelt wird, sowie gegen die direkt Beteiligten, denen Beihilfe zum Ausstellen falscher Atteste vorgeworfen wird. Ermittelt werde zudem gegen vier Mitarbeiter der Polizei Sachsen, die sich ebenfalls falsche Atteste ausstellen ließen.

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