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Kinderarzt impft : „Ich werde meine jungen Patienten nicht ins offene Messer laufen lassen“

Mehr als fünf Millionen Jugendliche sind in den USA, Israel und Kanada schon geimpft worden. Bild: dpa

Gesunden Jugendlichen von zwölf Jahren an wird die Corona-Impfung offiziell nicht empfohlen. Ein Kinderarzt aus Münster impft sie trotzdem. Warum? Ein Interview.

          5 Min.

          Herr Garcia, die Ständige Impf­kommission hat in dieser Woche nur empfohlen, Kinder mit Vorerkrankungen und mit einem sonst erhöhten Risiko für schwere Covid-19-Verläufe impfen zu lassen. Sie praktizieren es in Ihrer Praxis anders. Sie impfen – vorausgesetzt, Sie haben genügend Impfstoff – alle Jugend­lichen, die das wollen. Warum?

          Lucia Schmidt
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ich impfe alle Jugendlichen, die darum bitten. Dafür habe ich mehrere Gründe. Jugendliche leiden sehr stark und zunehmend stärker unter den bereits lange Zeit andauernden Restriktionen. Ich beobachte in meiner Praxis eine steigende Anzahl von Jugendlichen mit depressiven Verstimmungen und Rückzugstendenzen. Gesundheit ist laut WHO-Definition „ein Zustand vollständigen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“ und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Nach über einem Jahr „Bildschirmunterricht“, der anfangs spannend war, sind längst Resignation und mangelnde Motivation eingekehrt. Von Lehrern höre ich die Aussage: „Die Schüler verlottern.“ Die Lehrer erreichen sie immer weniger.

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