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Rollsplitt auf Skatepark : „Mit den Skatern haben wir überhaupt kein Problem“

Viel Aufregung: Skateplatz in Dieburg Bild: dpa

Wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen hat die Stadt Dieburg ihren Skatepark mit Rollsplitt zugeschüttet. Musste das sein? Ein Interview mit Bürgermeister Frank Haus.

          4 Min.

          Herr Haus, Sie sind parteiloser Bürgermeister der hessischen Stadt Dieburg und haben am Freitag den lokalen Skatepark mit Rollsplitt zuschütten lassen. Warum?

          Sebastian Eder
          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Seit rund drei Wochen gilt das verschärfte Infektionsschutzgesetz des Bundes. Bei einer Inzidenz von mehr als 100 sind Zusammenkünfte im privaten und öffentlichen Bereich nur noch zwischen einem Haushalt und einer weiteren Person zulässig. Seither haben wir festgestellt, dass auf dem Skateplatz regelmäßig deutlich größere Gruppen an jungen Leuten zusammengekommen sind, überwiegend Teenager. Wir haben versucht, das durch Präsenz der Ordnungsbehörden aufzulösen, aber das ist nicht gelungen. Deswegen haben wir uns entschlossen, den Park zu sperren. Das haben wir zunächst mit einem Flatterband und einem entsprechenden Hinweis gemacht. Das hat aber genauso wenig gefruchtet, wie das Aufstellen von Baustellenbaken. Die Absperrungen sind immer wieder niedergerissen und umgestoßen worden. Also mussten wir uns überlegen, wie wir damit umgehen. Eine dauerhafte Präsenz der Ordnungspolizei ist in Anbetracht von nur drei Mitarbeitern in Dieburg nicht möglich, und auch die benachbarte Polizeistation hat keine Kapazitäten, das fortlaufend im Auge zu behalten. Deswegen haben wir nach einer pragmatischen Lösung gesucht. Und die sah für uns so aus, dass wir die Benutzung des Skateparks verhindern, indem wir Rollsplitt aufbringen, der sonst im Gehwegbau oder bei Pflasterarbeiten benutzt wird. Das haben wir dann gemacht, so ein bis zwei Zentimeter hoch. Seitdem finden diese Aktivitäten dort nicht mehr statt.

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