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Die Niederlande greifen durch : Zehn Wochen Haft für Anhusten

Ein Polizist schickt sogenannte Plane Spotters weg, die Flugzeuge am Flughafen Amsterdam Schiphol beobachten. Bild: EPA

Die Niederlande sind stolz darauf, ein liberales Land zu sein. Doch in der Corona-Krise kennen sie kein Pardon.

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          „Anspucken und ,Corona‘ rufen ist kein Spaß – Wir verfolgen das konsequent“, schrieb die Polizei Mannheim vor ein paar Tagen auf Twitter. Auch aus anderen deutschen Städten wurden solche Vorfälle gemeldet. Die Polizei zeigte Personen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz an, über Verurteilungen wurde noch nicht berichtet. Was konsequent heißt, kann man derweil in den Niederlanden sehen. Dort werden solche Vorfälle als Straftat gewertet und teilweise sogar als schwerer Angriff verfolgt. Allein im März hat die Polizei mindestens zehn Personen verhaftet. Die meisten wurden in Schnellverfahren zu mehrwöchigen Gefängnisstrafen verurteilt.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          In Leiden traf es am Freitag einen 19 Jahre alten Jugendlichen, der drei Tage zuvor einen Busfahrer angespuckt und behauptet hatte, er selbst sei mit dem Coronavirus infiziert. Der Fahrer hatte den jungen Mann aufgehalten, weil dessen elektronische Fahrkarte nicht ausreichend aufgeladen war. Der junge Mann habe die allgemeine Sicherheit bedroht, urteilte das Gericht. Der junge Mann muss nun für acht Wochen ins Gefängnis und dem Busfahrer 450 Euro Wiedergutmachung zahlen.

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