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Unter Quarantäne : Sie nennen sich die Corona-WG

Das Leben spielt sich draußen ab: Pascal steht am Fenster seines WG-Zimmers: Seine „häusliche Absonderung“ muss er noch bis Donnerstag durchhalten. Bild: Privat

Pascal soll sich absondern, weil er Kontakt zu einer Corona-Infizierten hatte. Das Problem: Er hat vier Mitbewohner. Wie sieht der Alltag in der Wohngemeinschaft aus?

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          An dem Abend, als die Wohngemeinschaft in Bonn zur „Corona-WG“ wird, gibt es Spaghetti mit Tomatensoße und Gemüse aus der Biokiste. Pascal bekommt eine Nachricht im Gruppenchat der Arbeitskollegen. Es gebe einen Corona-Fall und man solle in seine E-Mails schauen, ob man betroffen sei. Pascal ist es: direkte Kontaktperson der Infizierten. „Erst haben wir ein bisschen gelacht, dann dachten wir, ach scheiße, was machen wir jetzt überhaupt? Und dann haben wir angefangen zu googeln“, erzählt der 25 Jahre alte Student eine Woche später im Videochat.

          Sofia Dreisbach

          Redakteurin in der Politik.

          Die Nachricht kommt an einem Sonntagabend, vier von fünf Mitbewohnern sitzen seit Stunden zusammen am Tisch, der fünfte ist auf Dienstreise und sitzt gerade in einem Flugzeug über dem Atlantik. Die anderen vier haben am Wochenende viel Zeit miteinander und in der Wohnung verbracht. Und dann: Corona. Pascals Kontakt zur Infizierten ist schon vier Tage her. Bis die vier jungen Menschen von offizieller Stelle hören, was sie tun sollen, ist es Montagnachmittag. Vorsichtshalber hat keiner aus der WG das Haus verlassen, sie haben ihre Arbeitgeber informiert, alle sollen die nächsten zwei Wochen von zuhause arbeiten.

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