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Patient mit Coronavirus : „Er ist außer Lebensgefahr“

Das neues Coronavirus hat Deutschland erreicht, sagt der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf (2.v.r.), am Dienstag in München. Bild: EPA

Der Mann aus Bayern, der sich wohl bei einer chinesischen Kollegin mit dem Coronavirus angesteckt hat, wird auf der Isolierstation behandelt. Doch es geht ihm schon besser. Nach Auskunft der Ärzte sind die meisten Symptome verschwunden.

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          „Es geht ihm gut.“ Um zu verdeutlichen, wie gut es dem 33 Jahre alten Mann geht, der seit Montag, 20.30 Uhr, als erster bestätigter „Corona-Virus-Fall“ in Deutschland gilt und zur Zeit auf der Isolierstation des Klinikums Schwabing behandelt wird, verweist Andreas Zapf, der Leiter des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), mehrmals darauf, dass der Mann ja am Montag noch zur Arbeit gegangen sei. Denn die Symptome, die einer Bronchitis ähneln und die er am Wochenende noch gezeigt habe, hätten sich dann schon so weit abgeschwächt, dass er sich wieder gesund gefühlt habe.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Auch am Dienstag, als Zapf zusammen mit der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) auf einer Pressekonferenz über den ersten Fall informiert, hat sich am guten Gesundheitszustand des Mannes demnach nichts verändert. Er habe kein Fieber und zeige auch keine Symptome einer Atemwegserkrankung mehr, die typisch für eine Infektion mit dem Coronavirus seien, bestätigt auch der Chefarzt des Schwabinger Krankenhauses, Clemens Wendtner. Dass der Arzt die Aufregung um den ersten deutschen Fall für etwas übertrieben hält, macht er deutlich: „Ich wage hier das Statement: Er ist außer Lebensgefahr.“

          Wie kam es überhaupt zu der Infektion? Nach dem ersten Stand hat sich der Mann, der bei einer Firma in Starnberg arbeitet und im Landkreis Landsberg wohnt, bei einer Kollegin angesteckt. Die Chinesin, die eigentlich in Schanghai lebt, hatte er auf einer Schulung seiner Firma getroffen. Die Firma unterhält auch ein Werk in China, dort ist die Kollegin angestellt.  Die Chinesin war offenbar vom 19. bis zum 23. Januar in Bayern. Sie ist demnach ohne Symptome eingereist und hatte sich erst auf dem Rückflug nach China am vergangenen Donnerstag krank gefühlt. Es sei somit der erste Fall, bei dem eine Person, die keine Symptome zeige, jemanden infiziert habe, sagte Zapf.

          In Schanghai hat sie dann direkt ein Krankenhaus aufgesucht und wurde dort positiv auf das Virus getestet. Sie könnte sich von ihren Eltern angesteckt haben: Bevor sie nach Deutschland geflogen war, hatte sie ihre Eltern getroffen, die aus der Region Wuhan stammen. Am Montag habe die Firma davon erfahren und auch sofort das Gesundheitsamt sowie die Mitarbeiter unterrichtet, die mit ihr Kontakt hatten. Zu diesen gehörte auch der 33 Jahre alte Mann, der sich wieder gesund fühlte, am Wochenende aber eben Symptome gezeigt hatte. 

          Seitdem am Montagabend die Diagnose Coronavirus feststand, rückte für die bayerischen Behörden ein zentraler Punkt in den Fokus, um eine mögliche Ausbreitung der Infektion zu bekämpfen: „Wir suchen nun die Kontaktpersonen.“ Dazu gehören zum einen die Personen, die mit dem Mann im familiären oder beruflichen Kontext enger zu tun haben. Zum anderen weitere Mitarbeiter, die mit der Chinesin in Kontakt standen. Rund 40 Personen sind inzwischen ermittelt worden. Als potentiell ansteckend werden intensivere „face-to-face-Kontakte“ wie ein längeres Gespräch von rund mindestens fünfzehn Minuten angesehen. Dann sei die Wahrscheinlichkeit am größten, sich zu infizieren.

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