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Corona-Epidemie : „Solidarität ist unsere größte Waffe gegen das Virus“

Wo nicht getestet wird, gibt es auch keine Fallzahlen. Bild: dpa

Kann es sein, dass es in den meisten afrikanischen Ländern noch keinen einzigen Coronafall gibt? Christian Lindmeier von der Weltgesundheitsorganisation spricht über die Ausbreitung des Virus und darüber, wie verlässlich die Infektionszahlen sind.

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          Herr Lindmeier, Sie sind bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Krisenkommunikation zuständig. Wie verlässlich sind die Zahlen, die wir zu Coronainfektionen haben?

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Meist werden bei neueren Krankheiten zunächst nur Fälle gesehen, die stärkere Symptome haben. Leichtes Fieber, leichter Husten – das wird nicht unbedingt gleich als Corona identifiziert. Gerade in der Wintersaison.

          Es kommt also auch zu unbeobachteten Infektionen?

          Die WHO hat von Anfang an gesagt, die wichtigsten Aufgaben sind Überwachung und Monitoring, um genau feststellen zu können, wenn neue Fälle auftreten. Ein Beispiel, bei dem es gut lief, sind die ersten Fälle in Deutschland, in Bayern. Die Ansteckung innerhalb der Gruppe wurde erkannt, die Leute isoliert, behandelt, die Kontakte abgefragt. Aus einem Fall wurden dann etwa 16, mittlerweile sind alle genesen, weitere Ansteckungen gab es nicht. Es geht darum, das Virus so früh wie möglich einzudämmen. Darum arbeiten wir mit allen Ländern auf der Erde und haben in mehr als 150 Ländern WHO-Büros. Da sind die Kollegen täglich mit den Behörden in Kontakt um zu sehen: Gibt es irgendwelche Anzeichen? Sind alle vorbereitet? Brauchen die Gesundheitsbehörden Unterstützung, etwa Material oder Fortbildungen?

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