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Verbot von Großveranstaltungen : Geschlossen handeln im Kampf gegen das Virus

  • -Aktualisiert am

Ein Land im Krisenmodus gegen das Corona-Virus Bild: EPA

Die ersten Bundesländer folgen den Empfehlungen der Fachleute. Gut so! Im Kampf gegen das rasant sich ausbreitende Coronavirus darf es keinen föderalen Flickenteppich geben.

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          Markus Söder und andere Ministerpräsidenten haben verstanden, was jetzt das Gebot der Stunde ist. Sie haben drastische Entscheidungen getroffen, damit es hier nicht zu italienischen Verhältnissen mit einem abgeriegelten Land und einem drohenden Kollaps des Wirtschaftslebens kommt. Verhältnisse, in denen die medizinische Versorgung schwer erkrankter, meist älterer Coronavirus-Patienten in einem überlasteten Gesundheitswesen kaum noch zu leisten ist.

          Dass Bayern, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und andere Bundesländer für die nächsten Wochen alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern absagen, ist deshalb konsequent und richtig. Es kommt jetzt darauf an, die Priorität bei der Bekämpfung dieser unbekannten Seuche darauf zu legen, ihre Ausbreitung zu verlangsamen. Um Zeit zu gewinnen, die Krankenhäuser und das Personal besser vorzubereiten auf eine Epidemie, deren Höhepunkt nach Ansicht von Virologen noch nicht erreicht ist.

          Bundesgesundheitsminister Spahn hat zwar aus guten Gründen nicht wie in Frankreich oder Italien zentralistische Hoheitsbefugnisse, aber gute medizinische Argumente auf seiner Seite, um Leben zu schützen. Zwar mag es für viele, vor allem jüngere Deutsche beruhigend sein, dass vier von fünf Infizierten nur milde oder keine Krankheitssymptome zeigen. Doch für Zehntausende, die an Vorerkrankungen leiden oder im fortgeschrittenen Alter sind, ist der Coronavirus eine potentiell lebensgefährliche Bedrohung. Zumal es anders als bei der Influenza derzeit weder einen Impfstoff noch eine wirksame Therapie gibt. Diese Gruppe – Eltern und Großeltern – gilt es vor allem zu schützen. Dazu gehört auch für ein paar Monate der Verzicht auf Freizeitvergnügen wie Bundesligaspiele oder Schützenfeste.

          Das föderale System Deutschlands hat sich auch in Gefahrenlagen bewährt. Doch in dieser Ausnahmesituation sollten sich alle Bundesländer auf ein einheitliches Vorgehen nach den Empfehlungen des Bundes, mit dem sie ja ohnehin eng zusammenarbeiten, und der ihn beratenden medizinischen Fachleute verständigen.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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