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Coronavirus-Verdacht : Entwarnung auf Kreuzfahrtschiff

  • Aktualisiert am

Das betroffene Kreuzfahrtschiff Costa Smeralda liegt in einem Hafen in der Nähe von Rom. Bild: dpa

Wegen des Verdachts auf das neuartige Coronavirus an Bord saßen rund 7000 Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff vor Italien fest. Das Gesundheitsministerium gab nun Entwarnung.

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          Die Behörden haben Entwarnung für das italienische Kreuzfahrtschiff „Costa Smeralda“ gegeben. Niemand auf dem Schiff sei mit dem Coronavirus infiziert, teilte das Gesundheitsministerium nach Tests mit. Wegen des Verdachts waren Tausende Passagiere im Hafen der italienischen Stadt Civitavecchia an Bord des Schiffs festgehalten worden. Die Passagiere dürfen das Schiff, das im Hafen der italienischen Stadt Civitavecchia nördlich von Rom festgesetzt wurde, nach italienischen Medienberichten nun verlassen.

          Wegen des Verdachts auf das Coronavirus saßen Tausende Passagiere an Bord eines Kreuzfahrtschiffes im Hafen von Civitavecchia fest. Laut Reederei sollten insgesamt rund 6000 Passagiere an Bord der „Costa Smeralda“ gewesen sein und rund 1000 Besatzungsmitglieder. Eine 54 Jahre alte Touristin aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao habe Symptome wie Fieber und Atemprobleme gehabt, wie auch ein Sprecher der Reederei bestätigte. Der Frau und ihrem Mann wurden Proben entnommen.

          Die beiden waren laut Medien am 25. Januar am Flughafen in Mailand angekommen. Die Frau sei auf dem Schiff medizinisch versorgt und isoliert worden. Die örtlichen Behörden ordneten an, dass die Passagiere zunächst nicht an Land gehen durften.

          Das Ehepaar hat die Kreuzfahrt den Berichten nach in der Hafenstadt Savona in Ligurien begonnen. Das Schiff habe auf der regulären Tour durchs westliche Mittelmeer in Marseille, Barcelona und Palma de Mallorca Station gemacht, bevor es Civitavecchia anlief. Von dort erkunden die Schiffsreisenden in der Regel die italienische Hauptstadt Rom. Italien ist ein bei Chinesen beliebtes Reiseland. Das fünftgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt gehört dem Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere, es ist das erste Schiff mit LNG Antrieb innerhalb deren Flotte.

          Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang bezeichnet derweil die Situation rund um den Ausbruch des Coronavirus als angespannt. Sie sei noch immer „schwierig und schrecklich“, sagt Li dem staatlichen Fernsehen zufolge. Er fordert die chinesischen Wissenschaftler auf, den Ursprung des Virus zu finden, damit ein Impfstoff gegen die Krankheit gefunden werden kann. Die chinesische Regierung ruft angesichts des verbreiteten Mangels an wichtigen Medizinprodukten zum Kampf gegen das Coronavirus die Hersteller auf, solche Produkte rasch zu produzieren. Dringender Bedarf bestehe unter anderem an  Schutzkleidung, Atemschutzmasken, Schutzbrillen und Medikamenten. Die Zentralregierung erklärt, sie selbst sei verantwortlich für die einheitliche Verteilung der Güter. Die lokalen Verwaltungen dürften die Lieferungen nicht abfangen und weiterleiten, aber sie müssten sicherstellen, dass die Firmen vor Ort diese Dinge herstellen.

          Russland riegelt unterdessen wegen des Coronavirus seine Grenze zu China teilweise ab. Sie verläuft vor allem im Osten Russlands. Der russische Regierungschef Michail Mischustin ordnete am Donnerstag die Schließung zahlreicher Grenzposten an, wie die Regierung in Moskau mitteilte. „Bisher wurde in Russland kein einziger Fall dieser gefährlichen Krankheit registriert“, sagte demnach der neue Ministerpräsident bei einer Regierungssitzung. „Aber wir müssen alles tun, um unsere Bevölkerung zu schützen.“

          Passagiere warten an Bord
          Passagiere warten an Bord : Bild: AFP

          Die Beschränkung des Verkehrs solle nur vorübergehend sein, heißt es in einem von der Regierung veröffentlichten Dokument. Betroffen seien 16 Grenzübergänge für den Auto- und Zugverkehr. Die Schließung solle in der Nacht zum Freitag erfolgen. Einige Grenzübergänge im äußersten Osten des Landes waren bereits geschlossen worden.

          Das neuartige Coronavirus

          Coronaviren wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Sie können Menschen und Tiere infizieren. In Menschen verursachen sie dem RKI zufolge verschiedene Krankheiten – von gewöhnlichen Erkältungen bis zu gefährlichen oder gar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie etwa das Severe Acute Respiratory Syndrome (Sars).

          Der aktuelle Ausbruch wurde durch ein neuartiges Coronavirus verursacht, das eng mit dem Sars-Virus verwandt ist. Betroffen sind bisher vor allem die Stadt Wuhan und die Provinz Hubei in China.

          Ein Verdacht auf eine Erkrankung liegt dem RKI zufolge vor allem in zwei Fällen vor - zum einen wenn jemand eine akute Infektion der unteren Atemwege wie eine Lungenentzündung hat und bis maximal 14 Tage vor dem Beginn der Erkrankung in einem Risikogebiet war. Als Verdachtsfall wird auch eingestuft, wenn die Person nur Symptome wie Husten hat, aber in direktem Kontakt mit einem Erkrankten war. In beiden Fällen soll ein Test auf das Virus veranlasst werden. Das RKI empfiehlt eine Isolierung im Krankenhaus, solange nicht klar ist, ob ein als Verdachtsfall eingestufter Mensch das Virus in sich trägt. Fällt das Testergebnis positiv aus, bleibt die Isolierung bestehen.

           

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