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Coronavirus und Rassismus : Das Gespenst des Vorurteils

  • -Aktualisiert am

Chinesische Opfer der dritten Pestpandemie, die sich um 1900 in San Francisco ausbreitete und weltweit 12 Millionen Menschenleben forderte. Bild: Science Photo Library

In den Zeiten der Pestpandemie um 1900 entstanden die Stereotype vom kranken Chinesen. Mit dem Coronavirus haben sie jetzt wieder neue Konjunktur. Auch auf dem eigenen Kontinent.

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          Anders als bei historischen Pandemien oder der Grippe ist am neuen Coronavirus außerhalb Asiens bisher offiziell nur ein Mensch gestorben. Dennoch ist das Virus längst selbst auf manch klassisches Leitmedium übergesprungen und in den sozialen Medien breitet sich eine noch größere Hysterie aus. Um das bisher weitgehend unerforschte Coronavirus gedeihen Gerüchte mit Anlehnungen an längst totgeglaubte Ressentiments.

          Für eine solche Dynamik gibt es zahlreiche historische Beispiele: So markierte der Tod eines chinesischen Tagelöhners im Keller des Globe Hotel im Chinatown von San Francisco am 6. März 1900 die Ankunft der dritten Pestpandemie in Nordamerika. Die Seuche forderte weltweit rund zwölf Millionen Menschenleben, die meisten davon in Asien, wo die Krankheit auch ihren Ursprung hatte. In San Francisco erkrankten insgesamt 121 Menschen, 118 mit tödlichem Verlauf. Die Opfer waren fast ausnahmslos Chinesen.

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