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Coronavirus : Toyota prüft Ersatzproduktion für chinesische Fahrzeugteile

Ein Besucher mit einem Mundschutz geht am Logo von Toyota in dessen Ausstellungsraum in Tokio vorbei. Bild: dpa

Der zweitgrößte Autohersteller der Welt setzt seine Gewinnprognose herauf. Doch das Risiko Coronavirus bedroht das Ergebnis.

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          Toyota warnt als Folge der Coronavirus-Epidemie vor geringeren Autoverkäufen in China, hält sich aber mit jeder konkreten Aussage über die wirtschaftlichen Risiken der Epidemie zurück. Er glaube nicht, dass Chinesen derzeit in der Stimmung seien, um Autos zu kaufen, sagte Toyota-Manager Masayoshi Shirayanagi am Donnerstag in Tokio vor Journalisten. Shirayanagi betonte damit das Risiko, dass im chinesischen Automarkt, für den Toyota schon vor Ausbruch der Viruskrise in diesem Jahr eine Schrumpfung erwartete, die Nachfrage noch mehr schrumpfe.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Über konkrete Risiken für das eigene Geschäft schwieg Toyota sich vorerst aus mit Verweis auf die große Unsicherheit, wie es mit der Virus-Epidemie weitergehe. Toyota hält gemäß den Vorgaben chinesischer Behörden seine Werke in China bis zum 9. Februar geschlossen. Ob die Zwangspause ausgedehnt werde oder in welchem Ausmaß danach in China produziert werden könne, werde man sehen, hieß es. Toyota hat in China in Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern vier Autowerke und acht Teilefabriken.

          Die Produktion außerhalb Chinas sei derzeit nicht betroffen, erklärte das Unternehmen. Toyota aber versucht, sich auf mögliche Engpässe bei Zulieferungen einzustellen. „Wir prüfen derzeit sehr genau jedes einzelne Teil unsere Lagerbestände, ob alternative Produktionspläne möglich oder notwendig sind“, sagte Shirayanagi. Andere Autohersteller aus Südkorea hatten diese Woche Produktionsschwierigkeiten erklärt, weil Zulieferungen aus China ausbleiben. Hyundai Motor stellt die Produktion in Südkorea vorerst ganz ein.

          Die Warnungen Toyotas folgten auf deutlich verbesserte Erwartungen des Unternehmens für das Geschäftsjahr, das im März endet. Toyota prognostiziert nun einen Anstieg des operativen Gewinns um 1,3 Prozent auf 2500 Milliarden Yen (20 Milliarden Euro), nachdem es zuvor ein Minus erwartet hatte. Ausschlaggebend für die Wende ist ein deutlich verbessertes Ergebnis in Nordamerika.

          Für die ersten neun Monate des Jahres meldete Toyota ein Umsatzplus um 1,6 Prozent auf 22.830,1 Milliarden Yen. Das operative Ergebnis steig um 6,2 Prozent auf 2058,7 Milliarden Yen. Der Nettoüberschuss steig um 41,4 Prozent auf 2013 Milliarden Yen, wobei dabei eine große Aufwärtskorrektur aus nicht realisierten Gewinnen aus Wertpapierbeständen die Hauptrolle spielt. Bereinigt um diesen Sonderfaktor erwirtschaftete Toyota einen Überschuss von 1745,9 Milliarden Yen oder 0,7 Prozent mehr als in den ersten drei Quartalen des vorherigen Geschäftsjahres.

          Die Anleger an der Börse in Tokio honorierten die besseren Geschäftszahlen mit einem Kursanstieg um 2,6 Prozent auf 7914 Yen je Toyota-Aktie.

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