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Das Virus und die Royals : Die Queen redet der Nation ins Gewissen

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Vor einem Monat eröffnete die Queen ein Krankenhaus in London. Heute hat sie die Stadt vorzeitig wegen des Coronavirus’ verlassen. Bild: AFP

Die Queen ruft ihre Landsleute auf, die Schwächsten zu schützen, und verlässt London. Ihr Mann Prinz Philip wird mit einem Hubschrauber zu Schloss Windsor geflogen. Auch andere europäische Königshäuser reagieren auf die Krise.

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          Im britischen Königshaus ist das Programm der Queen und ihres Thronfolgers Prinz Charles wegen der Pandemie zusammengestrichen worden. So sagte Königin Elizabeth II. eine im März geplante Reise in die Umgebung von Manchester und einen Besuch im Londoner Bezirk Camden ab. Statt zu Reisen, oder Empfänge und Wohltätigkeitsveranstaltungen zu besuchen, muss sie nun aus der Ferne versuchen, den Briten Stabilität und Zuversicht zu vermitteln.

          So gab die Queen eine Solidaritätsbotschaft heraus. Sie schrieb, dass Familien in ganz Großbritannien „in eine Zeit großer Besorgnis und Unsicherheit“ eintreten. Weiter hieß es, dass allen geraten werde, „unsere normalen Routinen (...) zum Wohle der Gemeinschaften, in denen wir leben, zu ändern und insbesondere die Schwächsten in ihnen zu schützen.“

          In Zeiten wie diesen, werde sie daran erinnert, dass die Geschichte der britischen Nation von Menschen und Gemeinschaften geprägt wurde, die zusammenkommen, um als eine Einheit zu arbeiten und sich mit gemeinsamen Anstrengungen auf das gemeinsame Ziel zu konzentrieren. Deshalb sei sie „enorm dankbar für das Fachwissen und das Engagement unserer Wissenschaftler, Ärzte sowie der Notfall- und öffentlichen Dienste. Heute spielen wir alle mehr als je zuvor in unserer jüngeren Vergangenheit eine äußerst wichtige Rolle als Einzelpersonen – heute und in Zukunft."

          Queen flieht aus London

          Die Königin – im April 94 Jahre alt – beginnt ihre Osterferien eine Woche früher, wie der Palast mitteilte. Am Donnerstag verließ sie den Buckingham-Palast in Richtung Schloss Windsor. Auch ihr Mann, der 98 Jahre alte Prinz Philip, traf am Donnerstag dort ein, wie eine Palastsprecherin bestätigte. Er wurde Berichten zufolge per Hubschrauber von dem ostenglischen Landsitz Sandringham eingeflogen.

          Die beiden gelten aufgrund ihres hohen Alters als besonders von der Lungenkrankheit Covid-19 gefährdet, die durch das Coronavirus hervorgerufen wird. In der Londoner Innenstadt gibt es bislang deutlich mehr bestätigte Infektionen als in anderen Teilen des Landes. Britische Medien spekulierten, die Queen trage neuerdings Handschuhe als Schutz. Das habe sie auch schon zuvor getan, sagte eine Palastsprecherin.

          Royale Hochzeit steht auf der Kippe

          Bei ihrem 71 Jahre alten Sohn, Thronfolger Prinz Charles, wurde vorsichtshalber eine mehrtägige Auslandsreise verschoben. Er wollte mit seiner Frau Camilla (72) in diesem Monat für mehrere Tage nach Bosnien-Herzegowina, Zypern und Jordanien fliegen.

          Ende Mai soll eigentlich einer der feierlichen Höhepunkte des Jahres in der Königsfamilie stattfinden: die Hochzeit von Prinzessin Beatrice mit dem Immobilienmogul Edoardo Mapelli Mozzi. Das Paar sei sich sehr bewusst, unter den gegenwärtigen Umständen keine unnötigen Risiken eingehen zu wollen, teilte ein Palast-Sprecher mit. Die beiden wollten ihre Pläne für den 29. Mai überprüfen, ein Empfang sei bereits gestrichen worden. Möglicherweise finde aber eine kleine Feier mit Familie und Freunden statt.

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