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Krankenhäuser im Elsass : Es gibt keine Covid-19-Betten mehr

  • -Aktualisiert am

Alarmierende Zustände: Das Emile-Muller-Hospital in Mulhouse hat keine Kapazitäten mehr. Bild: AFP

Im Elsass zeigt sich die Überforderung der Hospitäler. Nach einer Massenveranstaltung in Mulhouse kam es zu vielen Ansteckungen, nun können die Krankenhäuser keine Patienten mehr aufnehmen.

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          Frankreich wurde durch Präsident Macrons Ansprache, mit der er wie erwartet eine Ausgangssperre verhängte, nicht überrascht. Angesichts der Lage, der wenig erfolgreichen Verhaltensempfehlungen und auch der dichten Besiedelung in französischen Großstädten schien die Maßnahme unvermeidlich. Das Elsass war und ist dabei in aller Munde: Die offizielle Kennzeichnung des Grand Est als Krisenregion verschleiert, dass derzeit allein achtzig Prozent der Fälle in den beiden elsässischen Departements Haut-Rhin und Bas-Rhin auftreten. In seiner zweiten Krisenrede hat Macron dem Elsass besondere Hilfen sowie ein Feldlazarett mit dreißig Betten für Intensivbehandlung zugesagt, das voraussichtlich in Mulhouse aufgebaut werden soll.

          Die Bevölkerung hat aber nicht auf die Ansprache gewartet, um sich vorzubereiten: In Straßburg bildeten sich bereits am Montag Schlangen vor Apotheken und Supermärkten, vor allem, weil nur wenige Kunden auf einmal eingelassen werden. Altglascontainer quellen über, weil alle ihren Müll noch rasch entsorgen wollen. Von der Krippe bis zur Universität sind erstmals alle Bildungs- und Betreuungseinrichtungen geschlossen; auf der Straße gehen die Menschen sich aus dem Weg, das Wangenküsschen hat vorerst ausgedient. Insgesamt eine unwirkliche Atmosphäre, zwischen Willen zu kollektiver Solidarität und egoistischem Selbsterhalt.

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