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Coronavirus : Lufthansa setzt China-Flüge noch länger aus

  • Aktualisiert am

Lufthansa fliegt nicht nach Festland-China. Bild: AP

Die Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines lassen Flüge von und nach China angesichts des Coronavirus noch länger ausfallen. Eine andere Fluglinie startet hingegen wieder.

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          Chinas Führung hat am Montag „Fehler“ im Umgang mit der Coronavirus-Epidemie eingestanden. Der Ständige Ausschuss des Politbüros der regierenden Kommunistischen Partei erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, die Reaktion auf die Coronavirus-Epidemie habe „Fehler und Schwierigkeiten“ beim nationalen Notfallmanagement offengelegt. Das System müsse daher verbessert werden. Ein Augenarzt hatte als erster auf den Virus hingewiesen – und wurde zum Schweigen gebracht.

          Das Ständige Ausschuss forderte außerdem eine verstärkte Überwachung von Märkten. Der illegale Handel mit Wildtieren müsse streng verboten werden, die Behörden müssten hart dagegen vorgehen. Staatschef Xi Jinping sagte bei der Sitzung des Politbüros, eine Eindämmung der Coronavirus-Epidemie werde einen „direkten Einfluss“ auf die wirtschaftliche und soziale Stabilität Chinas „und auch auf Chinas Öffnung“ haben.

          Aussetzung von Flügen teilweise bis zum 28. März

          Angesichts der Lage lässt die Lufthansa China-Flüge noch länger ausfallen. Die deutsche Fluggesellschaft sowie Swiss und Austrian Airlines streichen Verbindungen von und nach Peking bis 28. Februar, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die Ziele Nanjing, Shenyang und Qingdao sollen bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März nicht angeflogen werden.

          Flüge von und nach Hongkong finden unverändert wie geplant statt teilte die Lufthansa weiter mit. Ende Januar hatte Europas größte Fluggesellschaft alle Flüge nach Festland-China angesichts der Ausbreitung des Coronavirus zunächst bis zum 9. Februar gestrichen. Betroffenen Kunden hatte die Lufthansa angeboten, ihre Verbindung kostenlos umzubuchen oder zu stornieren.

          Insgesamt fallen damit jede Woche 54 Flüge aus Deutschland, der Schweiz und Österreich nach China weg. Die Sicherheit der Passagiere und Mitarbeiter habe oberste Priorität, teilte die Lufthansa mit. Die 19 wöchentlichen Flüge von und nach Hongkong heben weiter planmäßig ab.

          Andere Flugzeuge fliegen wieder

          Dutzende Fluglinien haben den Flugverkehr nach China eingestellt. Etliche nannten kein Datum. Die amerikanischen Fluggesellschaften stornierten bis Ende März, und im Fall von Delta Airlines bis Ende April.

          Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat Pakistan die Flüge von und nach China trotz des neuartigen Coronavirus wieder aufgenommen. Die Entscheidung der pakistanischen Fluggesellschaften fiel am Montag, nachdem die Gesundheitsbehörden des Landes deutlich gemacht hatten, dass die Kontrollsysteme gegen das Virus in Pakistan effizient genug seien. „Die Flüge nach China sind wieder aufgenommen“, sagte Zafar Mirza, ein Gesundheitsberater von Regierungschef Imran Khan.

          China ist für Pakistan ein enger Verbündeter, in den vergangenen Jahren hat Peking dem Land auch Kredite in Milliardenhöhe gewährt. Bis zu 30.000 Pakistaner leben in China. Pakistanische Fachleute äußerten Zweifel daran, ob das Land eine Einschleppung des Virus wirklich verhindern könne. „Pakistan ist nicht in der Lage, mit dem Virus umzugehen“, sagte Athar Niaz Rana von den Shifa International Hospitals in Islamabad.

          Bisher gibt es keine bestätigten Coronavirus-Fälle in Pakistan, aber vier in Wuhan lebende pakistanische Studenten haben sich angesteckt. Derzeit gibt es wöchentlich mehr als zwei dutzend Flüge zwischen Pakistan und China. Das Gesundheitssystem in Pakistan gilt seit Jahrzehnten als viel zu schlecht ausgestattet.

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