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„Plague Inc.“ : Coronavirus lässt Epidemie-Handyspiel die Charts stürmen

Das Strategiespiel Plague Inc. Bild: FAZ.NET

Mit einer Seuche die Menschheit ausrotten – das ist die Idee eines acht Jahre alten Handyspiels. Angesichts des neuen Coronavirus in China laden es immer mehr Menschen herunter.

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          Wie rottet man die Menschheit am besten aus? Nimmt man Bakterien, einen Virus oder doch eine parasitäre Infektion? Wer sich diese durchaus eigenartigen Fragen stellen will, kann auf das Handyspiel „Plague, Inc.“ zurückgreifen. Denn das schon 2012 erschienene Strategiespiel des britischen Entwicklers Ndemic Creations behandelt genau dieses Szenario: eine Epidemie konstruieren, die sämtliche Menschen auf der Welt tötet.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Seit acht Jahren ist das Spiel nun schon auf dem Markt, dabei steigen die Downloadzahlen offenbar immer dann, wenn eine reale Epidemie in den Schlagzeilen ist. Das geht aus einer Stellungnahme der Entwickler hervor – mit der sie auf den aktuellen Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China reagieren.

          Denn auch jetzt sind die Downloadzahlen in die Höhe geschnellt. Laut Statistiken des Analyseunternehmens App Annie ist es seit einigen Tagen die am meisten heruntergeladene kostenpflichtige App in China, Deutschland, den Vereinigten Staaten und weiteren Ländern. „Immer wenn eine Krankheit ausbricht, sehen wir eine Zunahme an Spielern, weil die Menschen versuchen, mehr über die Ausbreitung von Krankheiten zu erfahren und die Komplexitäten von Virusausbrüchen zu verstehen“, schreiben die Entwickler.

          Sie schieben aber eine Warnung hinterher: „Wir haben das Spiel speziell so gestaltet, dass es realistisch und informativ ist (...). Behaltet bitte dennoch im Kopf, dass Plague Inc. ein Spiel ist, kein wissenschaftliches Modell“. Der aktuelle Ausbruch des neuartigen Coronavirus sei „eine sehr reale Situation, die eine riesige Zahl von Menschen betrifft“. Man empfehle immer, dass Spieler sich nicht aus dem Spiel, sondern bei lokalen Gesundheitsbehörden oder der Weltgesundheitsorganisation informierten.

          Die Behörden ihrerseits sind über das Spiel und das große Interesse an ihm nicht so schockiert, wie man meinen könnte. Tatsächlich trafen sich Vertreter des amerikanischen Zentrums für Seuchenkontrolle und -vermeidung (CDC) schon im Jahr 2013 mit dem Erfinder des Spiels, ein Jahr nachdem es erschienen war.

          „Das Spiel schafft eine überzeugende Welt, welche die Öffentlichkeit einlädt, sich mit ernsten Themen der öffentlichen Gesundheit zu beschäftigen“, schrieb das staatliche Institut später in einem Blog. Für die Vermeidung von Krankheitsausbrüchen habe „die Verwendung unkonventioneller Methoden zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit in der Vergangenheit über soziale Medien und Blogs wirklich gut funktioniert“. Deshalb habe man sich sehr gefreut, den Chefentwickler im CDC willkommen zu heißen „und mehr über die Nutzung anderer digitaler Plattformen zu erfahren, um ein breiteres Publikum zu erreichen“.

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