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Coronavirus : Aktienkurse fallen wieder

  • Aktualisiert am

Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse. Bild: dpa

Der Ausbruch des Coronavirus bringt die Aktienkurse wieder unter Druck. Auch der Ölpreis fällt deutlich.

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          Die Sorgen vor der weiteren Verbreitung des Coronavirus haben den deutschen Aktienmarkt wieder fest im Griff. Der mit 100 Werten den Markt breit abbildende F.A.Z.-Index gibt 1,4 Prozent auf 2451 Punkte nach. Der Standardwerteindex Dax verliert mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 13.364 Zähler etwas stärker und entfernt sich auf diese Weise wieder von der jüngst erreichten Rekordmarke von 13.640 Punkten. Am Freitag hatte am Markt noch Zuversicht geherrscht.

          In China ist die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit bis Montag um 24 auf 80 gestiegen. Innerhalb eines Tages kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen um mehr als 700 auf 2744.

          Dies hatte am Morgen schon in Asien auf den Kursen an den dort geöffneten Börsen gelastet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel um 2 Prozent auf bei 23.344 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,6 Prozent und lag bei 1703 Punkten. An den chinesischen Börsen wurde am Montag nicht gehandelt. Der koreanische Kospi-Index verlor rund 1 Prozent auf 2246 Zähler.

          F.A.Z.-Index

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          „Alles, was die Anleger sehen, sind Schlagzeilen über das Coronavirus, was Investoren veranlasst, zu verkaufen“, sagte Takeo Kamai von CLSA in Tokio.

          Laut Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners ist das Coronavirus der Auslöser einer ohnehin fälligen Korrektur am Aktienmarkt. Nach einer derart langen Rally sei immer die Frage, welche schlechte Nachricht den Stimmungsumschwung einleitet. Mit dem Coronavirus sei die Antwort auf diese Frage jetzt gefunden.

          Nicht viel besser macht die Tatsache, dass die Stimmung in der deutschen Wirtschaft sich zu Jahresbeginn überraschend eingetrübt hat. Wie das Münchner ifo-Institut am Montag mitteilte, fiel das von ihm erhobene Geschäftsklima im Januar um 0,4 Punkte auf 95,9 Zähler. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf 97,0 Punkte gerechnet.

          Besonders hart trifft es am Montag die Kurse der Luftverkehrsgesellschaften. Die Notierung der Lufthansa-Aktie gibt um mehr als 4 Prozent auf 13,78 Euro nach. Easyjet, verlieren ähnlich stark und Airfrance-KLM geben 3,6 Prozent nach. Etwas weniger stark reagieren mit einem minus von knapp 2 Prozent die Kurse der Billigflieger Ryanair und Wizzair, da beide nur innereuropäische Flüge anbieten.

          LUFTHANSA

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          Der Dollar gibt am Montagmorgen gegenüber dem Yen auf 108,983 Yen deutlich nach, wertet aber zum Euro leicht auf 1,1018 Euro auf. Die europäische Gemeinschaftswährung hält sich etwas besser gegenüber der Vorwoche, als enttäuschende Konjunkturdaten aus dem Euroraum und neue Handelsdrohungen der Trump-Regierung in
          Richtung der EU den Wechselkurs belastet hatten.

          Zudem steuern am Devisenmarkt die Investoren wehen des Coronavirus' wieder verstärkt als sichere Anlagehäfen betrachtete Währungen an. Das stützt den Dollar etwas, kommt aber neben dem Yen vor allem dem Schweizer Franken zugute.

          Der Ölpreis fiel deutlich. Die Nordseeölsorte Brent wird mit 58,75 Dollar je Barrel (159 Liter) rund 3 Prozent niedriger notiert als am Freitag. Auch der Preis für amerikanisches Leichtöl WTI gibt ähnlich stark auf 52,39 Dollar nach. Spekulationen auf eine geringere Nachfrage aus China schickten auch die Preise anderer Rohstoffe, vor allem von Industriemetallen, aber auch von Weizen, Mais und Soja auf Talfahrt. Dagegen werden für die Feinunze Gold (31,1 Gramm) mit 1580 Dollar etwas mehr bezahlt.

          Am Anleihenmarkt reagieren Anleger mit Erleichterung auf die Wahlschlappe für die rechte Lega des ehemaligen Vize-Ministerpräsidenten Matteo Salvini. Sie griffen am Montag bei Staatsanleihen des südeuropäischen Landes zu und drückten die Rendite der zehnjährigen Bonds auf ein Drei-Monats-Tief von 1,056 nach zuvor 1,230 Prozent. Gleichzeitig schrumpfte der Risikoaufschlag (Spread) zu vergleichbaren Bundesanleihen auf den niedrigsten Stand seit fast vier Monaten.

          Anleger seien zwar erleichtert über den Wahlausgang, sagte Anlagestratege Antoine Bouvet von der ING Bank. Die anhaltende politische Unsicherheit dämpfe aber die Käufe italienischer Anleihen.

          Auch die Renditen griechischer Anleihen geben deutlich nach. Die Ratingagentur Fitch hatte die Bonitätsnote des Landes am Freitag von um eine Stufe von „BB-“ auf „BB“ angehoben. Zudem verbesserte sich Griechenland auf dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International.

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