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Internationale Studie : Künstlicher Hemmstoff wirkt gegen Coronaviren

Angreifbar: Coronaviren können durch natürliche und künstliche Substanzen an der Vermehrung gehindert werden. Bild: AFP

Ein künstliches Molekül, das dem Naturstoff Silvestrol ähnelt, hemmt die Vermehrung von Coronaviren. Forscher warnen aber vor verfrühten Hoffnungen.

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          Coronaviren, aber auch Lassa- und Zika-Viren lassen sich mit einem künstlich hergestellten Hemmstoff namens CR-31-B bekämpfen. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden, zu dem Wissenschaftler der Universitäten Marburg und Gießen gehören.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Substanz CR-31-B ähnelt dem Naturstoff Silvestrol, der aus asiatischen Mahagonigewächsen gewonnen wird. Sie werden in Borneo als Heilpflanzen gegen eine Vielzahl von Krankheiten eingesetzt. Silvestrol blockiert ein Enzym, das in Körperzellen vorkommt. Die Viren nutzen es, um ihre eigenen Proteine herzustellen. „Leider ist Silvestrol chemisch sehr schwer herzustellen“, sagt der Marburger Professor Arnold Grünweller, Initiator der internationalen Studie. „Man muss also immer wieder auf die Pflanze zurückgreifen, um die Substanz zu gewinnen.“

          Effektiv gegen andere Viren

          Das künstlich hergestellte Molekül CR-31-B ist weniger kompliziert aufgebaut als Silvestrol und daher einfacher zu synthetisieren. Die Forscher haben ausprobiert, wie stark es gegen verschiedene Krankheitserreger wirkt. Unter anderem testeten sie die Substanz an Zellen, die mit Coronaviren infiziert worden waren, und verglichen die Hemmwirkung mit jener von Silvestrol. „Die antiviralen Effekte sind fast identisch“, berichtet die Gießener Virologin Christin Müller. Auch Zika-, Lassa- und Krim-Kongo-Viren lassen sich mit CR-31-B ebenso gut bekämpfen wie mit Silvestrol. Gegen den Hepatitis-E-Erreger wirkt der künstliche Hemmstoff ein wenig schwächer.

          Von einer Zulassung als Medikament sind CR-31-B und ähnliche Substanzen noch weit entfernt, wie die Wissenschaftler klarstellen. Immerhin werde eine Verbindung, die CR-31-B sehr ähnlich sei, schon in einer klinischen Studie für die Krebsmedizin getestet. Das könne Studien für die antivirale Therapie vereinfachen.

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