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Fünfte Corona-Welle in Spanien : Das Virus trifft jetzt die jungen Menschen

Junge Menschen stehen im Zendal-Krankenhaus in Madrid an, um sich gegen Corona impfen zu lassen. Bild: dpa

In Spanien breitet sich das Virus vor allem in der zum großen Teil ungeimpften, jüngeren Bevölkerung aus. Jeder vierte Corona-Patient in den Krankenhäusern von Barcelona und Madrid ist jünger als 25 Jahre. Das könnte auch Folgen für Urlauber haben.

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          In Spanien überrollt die fünfte Corona-Welle nahezu ungebremst das Land. Die Regionen meldeten am Dienstag fast 44.000 Neuinfektionen ans nationale Gesundheitsministerium, knapp 13.400 davon waren in den vergangenen 24 Stunden diagnostiziert worden, zudem wurden 13 Covid-Tote registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg damit auf 258 Fälle pro 100.000 Einwohner, im Hotspot Katalonien waren es sogar 579. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Inzidenz am Mittwoch bei 7,1.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Spanien überschreitet damit schon seit Wochenbeginn den Grenzwert von 200 Fällen, von dem an das deutsche Robert Koch-Institut ein Land zum Hochinzidenzgebiet ausweist. Das hätte Folgen für deutsche Spanien-Urlauber: Wer nicht vollständig geimpft oder von einer Infektion genesen ist, muss dann bei der Rückkehr mindestens fünf Tage in Quarantäne. Es wäre ein neuer Schlag für den spanischen Tourismus, der für die Erholung der Wirtschaft entscheidend ist. Man spüre eine „gewisse Verunsicherung“ bei deutsche Urlaubern und einen stärkeren Trend, in Länder wie Griechenland zu reisen, heißt es dazu beim deutschen Reiseveranstalter DER Touristik.

          In Spanien breitet sich das Virus vor allem in der zum großen Teil ungeimpften Bevölkerung aus, die jünger als 30 Jahre ist. Das Ende des Schuljahres, zahlreiche Partys und das Ende der Maskenpflicht hatten dazu beigetragen, dass sich auch die hochinfektiöse Delta-Variante immer schneller ausbreitet. Inzwischen steigt die Zahl der Covid-Patienten in den Kliniken; die Lage ist aber weiterhin nicht mit der bei früheren Corona-Wellen zu vergleichen.

          In ganz Spanien machen die Corona-Fälle in den Krankenhäusern 3,5 Prozent aus, auch wenn ihre Zahl in einer Woche um 47 Prozent gestiegen ist. Im besonders stark betroffenen Katalonien beträgt der Anteil der an Covid erkrankten Intensivpatienten jedoch schon 21 Prozent. Jeder vierte Corona-Patient in den Krankenhäusern von Barcelona und Madrid ist jünger als 25 Jahre. Valencia und Katalonien verhängten wieder Restriktionen, die besonders auf das Nachtleben abzielen. Die Kanaren planen ebenfalls nächtliche Ausgangssperren.

          Die spanische Gesundheitsministerin Carolina Darias zeigte sich dennoch zuversichtlich. In eineinhalb Monaten seien 70 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Das sei ein „großer Sprung, um die Kontrolle der Pandemie voranzubringen“. Aber auch in Spanien wird darüber diskutiert, ob angesichts der Delta-Variante für eine Gruppenimmunität nicht deutlich mehr Menschen geschützt sein müssten. Derzeit sind es 46 Prozent, fast 60 Prozent haben eine erste Dosis erhalten. Die Gesundheitsministerin verlangte für die Bewertung der aktuellen Lage nicht nur auf die die Inzidenz zu sehen, sondern auch andere Daten, wie den Impffortschritt und die relativ niedrige Krankenhausbelegung einzubeziehen.

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