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Coronavirus in Deutschland : Niedrigster Anstieg der Infektionszahlen seit zwei Wochen

  • Aktualisiert am

Ein Mann und eine Frau laufen mit Schutzmasken in Berlin an einem Schaufenster vorbei. Bild: dpa

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland wirken: Am Dienstag verzeichnet das Robert-Koch-Institut den niedrigsten Wert neuer nachgewiesener Infektionsfälle seit mehr als zwei Wochen.

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          Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 99.225 angegeben – ein Plus von 3834 seit dem Vortag. Das ist in Deutschland der niedrigste Anstieg von einem Tag auf den anderen seit dem 22. März. Die in den Vereinigten Staaten ansässige Johns Hopkins Universität (JHU) meldete 103.375 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 1607 Todesfälle, die JHU 1810 Tote. Mehr als 25.000 Menschen sind nach Angaben des RKI bereits wieder gesund. (Warum die Zahlen von Johns Hopkins Institut und RKI auseinander gehen, können Sie hier nachlesen.)

          Nach Angaben des RKI dauert es mittlerweile etwas mehr als zwölf Tage, dass sich die Zahl der Infektionen verdoppelt. Noch vor etwas mehr als einer Woche lag der Wert bei fünf Tagen. Aus der Bundesregierung hat es geheißen, dass eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen erst erwogen werden könne, wenn sich die Zahl der Infektionen nur noch alle zehn bis vierzehn Tage verdoppelt.

          Merkel: Müssen im Blick haben, ob Leben gefährdet sind

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag allerdings eine Lockerung der zahlreichen Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens vor dem 19. April weiter ausgeschlossen. Zugleich versicherte sie, sobald es die gesundheitliche Lage zulasse, werde das öffentliche Leben zum Zustand von vor der Krise zurückkehren. Man müsse aber immer im Blick haben, ob Menschenleben gefährdet seien.

          Insofern ist Deutschland auf einem guten Weg; es gibt aber auch große regionale Unterschiede: So zählen die meisten Infektionsfälle weiterhin die drei großen Bundesländer Bayern mit 26.163 Infektionen, Nordrhein-Westfalen (20.220) und Baden-Württemberg (20.141). Neben diesen drei Bundesländern liegt auch im Saarland sowie in Hamburg und Berlin der Wert von nachgewiesenen Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner bei zum Teil deutlich über 100. Bei der Verdopplungszeit liegen außer dem Saarland (8,6) und Brandenburg (9,2) mittlerweile aber alle Bundesländer bei einem Wert von über zehn Tagen.

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