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Coronavirus in Deutschland : Fast 1500 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

  • Aktualisiert am

Thüringen, Gera: Ärzte und Pfleger untersuchen einen Patienten auf der Covid 19 Intensivstation im SRH Waldklinikum. (Archivbild) Bild: dpa

Wieder registriert das Robert Koch-Institut im Vergleich zur Vorwoche deutlich weniger neue Corona-Fälle und einen geringeren Inzidenzwert. Dieser liegt nun bei 17,3.

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          Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1489 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.58 Uhr wiedergeben.

          Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 17,3 an. Am Vortag hatte sie bei 18,3, in der Vorwoche bei 24,7 gelegen. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 18 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 74 Tote gewesen.

          Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.714.969 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Knapp 90.000 Tote in Deutschland

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.576.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.834 angegeben.

          Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 0,85, am Vortag hatte er bei 0,83 gelegen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 85 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

          Im Abwasser lässt sich nach Einschätzung des europaweit tätigen Referenzlabors zuverlässig die Entwicklung der Corona-Pandemie verfolgen. Susanne Lackner, Professorin für Abwasserwirtschaft an der TU Darmstadt, kann nicht verstehen, warum diese Möglichkeit nicht flächendeckend genutzt wird: „Die Technik ist ausgereift, die Methoden stehen – das System könnte jederzeit etabliert werden. Es fehlt eigentlich nur am politischen Willen“, sagte Lackner der Deutschen Presse-Agentur.

          In Wiesbaden läuft derzeit eine Pilotstudie, in Frankfurt ist der Test bereits abgeschlossen. Weltweit hätten Forscher bewiesen, dass es möglich ist, Kläranlagen als Frühwarnsystem zu nutzen, sagte Lackner. „Grundsätzlich sieht man im Abwasser die Entwicklung früher als im medizinischen Bereich“, sagte Lackner. „Der Vorsprung beträgt je nach Technik zwischen vier und zehn Tagen.“

          Überschaubarer Aufwand, großer Nutzen

          Sehen kann man Lackner zufolge vor allem zwei Dinge: Das eine ist die Zunahme oder Abnahme der Virenkonzentration, also ob mehr oder weniger Menschen infiziert sind. Das andere ist, welche Varianten des Coronavirus im Umlauf sind. Die Labore nutzen dafür Proben, die in allen Kläranlagen routinemäßig aus dem Zufluss entnommen werden. Der Aufwand sei also überschaubar. Das Argument, die Methoden seien noch nicht ausgereift genug, lässt Lackner nicht gelten: „Es gibt noch Forschungsbedarf, aber den gibt es doch immer. An Impfstoffen wird ja auch weiter geforscht, und trotzdem setzen wir sie schon ein.“

          Die TU Darmstadt ist eines von nur zwei Referenzlaboren für die Sequenzierung der Abwasserproben in Europa. Das Labor hat Proben von etwa 50 Kläranlagen aus ganz Europa analysiert und koordiniert die beiden hessischen Pilotprojekte in Frankfurt und Wiesbaden. Das Projekt „Abwa-SARS“ der TU Darmstadt läuft bereits seit Juni 2020. Neu ist die Technik übrigens nicht, wie Lackner sagt: „Solche Ansätze wurden in der Vergangenheit auch schon erfolgreich für das Monitoring von Polio-Viren eingesetzt.“

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