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Coronavirus in China : Essen wird ohne menschlichen Kontakt geliefert

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Eine McDonald’s-Filiale in China, in Zeiten ohne Coronavirus. Archiv 2007 Bild: AP

Wer keinen Kontakt mit anderen Leuten hat, steckt sich nicht so einfach an. Möglichst keine Möglichkeit zur Ansteckung bieten wollen auch die Essenslieferanten in China. Deshalb haben sie kontaktlose Lieferungen eingeführt.

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          Die Angst vor einer Verbreitung des Coronavirus in China zwingt auch Essenslieferdienste zu besonderen Maßnahmen. Damit die Geschäfte nicht vollständig zum Erliegen kommen, haben McDonald’s, Starbucks und andere Fast-Food-Ketten kontaktlose Lieferungen und Abholungen eingeführt.

          So stellen Mitarbeiter von McDonald’s per Telefon oder Internet bestellte Burger, Pommes und Chicken Nuggets in versiegelten Tüten an Gebäudeeingängen oder anderen Orten zur Abholung ab – kein persönlicher Kontakt ist nötig. Auch auf Hygiene wird besonderer Wert gelegt: Die Liefertaschen werden desinfiziert, und häufiges Händewaschen ist obligatorisch.

          Die Fahrer tragen zudem Ausweise mit sich, die zeigen, dass sie und die Personen, die die Lebensmittel hergestellt und verpackt haben, ihre Körpertemperatur gemessen haben. Damit sollen sie beweisen, dass sie kein Fieber haben. „Während wir uns überlegen, wie wir den Prozess weiter verbessern können, gelten die verstärkten Präventionsmaßnahmen für alle unsere Servicekanäle“, erläuterte McDonald’s auf Anfrage.

          Bei Starbucks in China können Kunden Kaffee über eine App bestellen und vor dem Café warten, bis sie eine Abholbenachrichtigung erhalten. Ihr Kaffeebecher steht dann auf einem Tablett ganz nahe am Eingang. Wenn Kunden Starbucks-Geschäfte betreten, wird ihre Temperatur an der Tür gemessen. Derweil tragen die Angestellten Masken. Zudem reinigt und desinfiziert Starbucks intensiver: In Innenräumen muss das Personal alle 30 Minuten die Hände waschen, und die öffentlichen Bereiche werden alle zwei Stunden desinfiziert.

          Die amerikanische Fast-Food-Kette Yum China („Pizza Hut“) hat seit Ausbruch des Virus mehr als 30 Prozent ihrer Filialen in China geschlossen. Es gab „erhebliche Unterbrechungen“, bei denen die Verkäufe seit den Neujahrsfeiertagen um bis zu 50 Prozent zurückgingen, sagte Finanzvorstand Ka Wai Yeung zuletzt. Die Krise habe die Einführung der kontaktlosen Dienste von Yum China beschleunigt. „Diese Dienstleistungen wurden von den Kunden gut angenommen und spielen eine wichtige Rolle, um sicherzustellen, dass unser Liefergeschäft in dieser Zeit des deutlich reduzierten Dine-In-Verkehrs weiterhin Bestand hat.“

          Rund 72.500 Menschen haben sich inzwischen mit dem Coronavirus infiziert, 1868 Menschen starben – vor allem in der zentralchinesischen Provinz Hubei. Viele Geschäfte sind geschlossen, der Handel beinahe zum Erliegen gekommen. Die Städte, zum Teil von der Außenwelt abgeschottet, gleichen Geisterstädten. Anfang Februar wurden nach Angaben des in Peking ansässigen Datenunternehmens Big One Lab 83 Prozent aller Geschäfte auf der Lieferplattform Meituan-Dianping geschlossen.

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