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Eine erste Bilanz aus Belgien : Geht es auch ohne Ausgangssperre?

Ein Stück Freiheit: Abends gehen die Brüsseler auf ihre Balkone, um Ärzten und Pflegern zu danken, oder einfach nur frische Luft zu atmen. Bild: Reuters

Die Belgier haben sich an die Ausgangsbeschränkungen gewöhnt und halten sich daran. Die Regierung ruft ausdrücklich zum Spaziergang auf. Der Gedanke an die möglichen Folgen relativiert das Gefühl der Isolation.

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          Abends um acht ist es plötzlich vorbei mit der unheimlichen Stille. Unten in der Straße hupt ein Auto, ein anderes antwortet darauf. Aus der anderen Richtung setzt das Pochen eines Tamburins ein, dann lautes Johlen, als hätten die Roten Teufel gerade ein Tor geschossen. Die Leute kommen auf ihre Balkone, sie klatschen, rufen bravo, eine Minute und noch eine Minute. Es ist Applaus für das Pflegepersonal, für die Ärzte. Das Ritual kommt aus Italien, zur Anerkennung für jene Menschen, die ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, um anderen das Leben zu retten. Es ist auch ein Moment, in dem sich die Beklemmung in der Stadt Luft macht: Wir werden das Virus besiegen!

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Seit Mittwoch gelten in Belgien „verstärkte Maßnahmen“, wie sie die Regierung nennt. Die Bürger sollen zu Hause bleiben, von dort arbeiten, das Haus nur in Ausnahmefällen verlassen: zur Arbeit, falls es nicht anders geht, zum Einkaufen, zum Arzt. Soziale Kontakte sollen auf ein Minimum beschränkt werden, am besten nur noch in der eigenen Familie stattfinden. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Schulen, Universitäten, Restaurants und Cafés haben schon seit längerem geschlossen. Jetzt sind auch private Feiern und öffentliche Versammlungen verboten.

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