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Hollywood in Quarantäne : Vor Corona sind wir alle gleich

  • -Aktualisiert am

Bild: AFP

In Zeiten von „sozialer Distanz“ und Quarantäne müssen auch Promis zuhause bleiben. Viele nutzen die sozialen Medien, um mit Fans in Kontakt zu bleiben und zeigen: Online ist das neue Offline.

          3 Min.

          Die einzigen, die wohl nichts von der Corona-Pandemie mitbekommen haben, sind die Bewohner des Big Brother Hauses – abgekapselt von der Welt und von Sars-CoV-2 haben diese vom sechsten Februar an in einer Realität ohne Hamsterkäufe und Homeoffice gelebt. Das Virus schien noch weit entfernt. Das ist jetzt anders. Bevor die Bewohner das Haus verlassen durften, wurden die neuen Verhaltensregeln erklärt. Von einer Isolation in die Nächste – Corona kennt keinen Promi-Status.

          Weltweit erkranken immer mehr Menschen an dem Virus. Ein Blick nach Hollywood, in den Profisport und die Politik zeigt: Status und Macht schützen  nicht vor Ansteckung. Während die Fallzahlen weltweit täglich steigen, melden auch immer mehr bekannte Persönlichkeiten, dass sie erkrankt sind. Viele gehen damit offen um und teilen ihren aktuellen Gesundheitszustand über die sozialen Medien.

          Schauspieler Tom Hanks versicherte seinen Fans über Twitter, dass es ihm und seiner Frau Rita Wilson soweit gut gehe. Die beiden hatten sich am Rande von Dreharbeiten in Australien mit dem Virus infiziert. Hanks rief zu Solidarität auf und bedankte sich bei allen Menschen, die Beistand leisteten. „Kümmert euch um euch selbst und um andere.“

          Auch Moderator Johannes B. Kerner teilte vergangene Woche über Instagram sein positives Testergebnis mit. Er habe kaum Symptome und befände sich in häuslicher Quarantäne. Auch er nutzt seine Reichweite und ruft immer wieder dazu auf, sich an die Empfehlungen der Behörden zu halten. Das tun viele Promis in diesen Zeiten. Online ist das neue Offline, wenn soziale Interaktion soweit es geht unterbunden werden soll.

          Satiriker Jan Böhmermann nennt sich auf Twitter „Jan ZUHAUSE BLEIBEN! HÄNDE WASCHEN! Und sendet seinen wöchentlichen Podcast „Fest&Flauschig“ jetzt täglich. Während der französische Regierungschef Macron von der Pandemie als Krieg spricht, ist der Tonus unter den Promis eher gemäßigt. Journalist Hubertus Koch rief über Instagram dazu auf, ruhig zu bleiben. „Ihr müsst zwei Wochen auf der Couch sitzen und nicht in Russland einmarschieren.“

          „Hört auf die Experten, ignoriert die Idioten“

          Comedian Hazel Brugger zeigt sich solidarisch und begegnet dem Problem der Kinderbetreuung auf Twitter: „Ich bin, wie es aussieht, die nächsten paar Monate über zwangs-arbeitslos. Falls ihr in Köln wohnt, in einem medizinischen Beruf arbeitet und schulpflichtige Kinder habt, kann ich gerne tagsüber auf die aufpassen.“ Aus Kalifornien sendet Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger entspannte Signale. Auf Twitter postete er ein Video mit seinem Zwergpony und seinem Esel und erklärte, dass er nun erst einmal nicht mehr rausgehe. „Hört auf Experten, ignoriert die Idioten.“

          Corona zeigt, dass Hollywood auch ein Teil dieser Welt ist, in Beverly Hills steht der Betrieb weitestgehend still. „Game of Thrones„-Star Kristofer Hivju und das ehemalige Bond-Girl Olga Kurylenko bestätigten auf Instagram ihre positiven Corona-Befunde. Auch der britische Schauspieler Idris Elba teilte seinen positiven Befund mit. Model Heidi Klum und ihr Mann Tom Kaulitz warten derweil noch auf Testergebnisse – und zeigen, wie ‚social distancing‘ in Beziehungen funktionieren kann: Küsse gibt es in Corona-Zeiten nur noch durch virensichere Fensterscheiben.

          Viele Künstler nutzen diese Zeit, um ihre Fans über das Internet zu unterhalten. Starpianist Igor Levit postet jeden Tag um 19 Uhr auf Twitter ein Wohnzimmerkonzert und Sängerin Gloria Gaynor singt auf der Plattform Tiktok „I will Survive“, während sie sich die Hände wäscht. Die Promis zeigen, wie man Isolation auch gemeinsam erleben kann. Kürzlich teilte die amerikanische Rapperin Cardi B mit ihrer Instagram-Community die Angst vor dem Virus. Ein New Yorker DJ verarbeitete die Zeilen zu einem Song, der in den Charts kursiert und zu dem getanzt wird. Natürlich online.

          Corona im Profifußball

          Es kann wohl noch dauern, bis der rote Teppich wieder ausgerollt wird und Konzerte nicht mehr über Bildschirme gestreamt werden müssen. Unklar ist auch, wann der internationale Fußball wieder stattfinden kann. Die Europameisterschaft ist bereits verschoben worden. Ganze Fußballteams, so Zweitligist Hannover 96 und der italienische Club Juventus Turin, sind nach dem Bekanntwerden von Infektionsfällen im Kader unter Quarantäne. Zahlreiche Fußballklubs fürchten um ihre Existenz und haben staatliche Hilfe beantragt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hofft, dass „Großverdiener-Spieler“ ein Teil ihres Gehaltes abgeben, um ihren Verein zu unterstützen. Bisher sind dazu keine Reaktionen bekannt.

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          Es ist unklar, wie lange die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus noch dauern werden, die Prognosen zum Verlauf der Pandemie sind nicht einheitlich. Das Coronavirus betrifft jeden, ob Promi oder Otto-Normalverbraucher, ob infiziert oder gesund, weil es Bewegungs- und Handlungsfreiheit einschränkt. Gleichzeitig schafft es aber ein neues solidarisches Gemeinschaftsgefühl, ein großes „Wir“, das plötzlich die Weltgemeinschaft meint.

          Wir gegen Corona. Und nicht gegeneinander. Erste Infektionsfälle aus Flüchtlingsheimen werden bekannt. Gleichzeitig infiziert sich Millionär und Kanzlerkandidatsanwärter Friedrich Merz. Corona macht vor niemandem Halt, weil wir im Kern alle gleich sind: Einfach nur Menschen.

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