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Coronavirus : Sieben Todesfälle in Italien

  • Aktualisiert am

Zwei Männer in Mailand tragen Mundschutz. Bild: dpa

Auf Teneriffa befinden sich rund 1000 Urlauber unter Quarantäne. Ein Besucher aus Italien war positiv auf das Virus getestet worden. Unter den Passagieren der „Diamond Princess“ gibt es einen weiteren Todesfall.

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          Vor einem Treffen von europäischen Gesundheitsministern in Rom zum Coronavirus hat sich die Lage in mehreren Ländern zugespitzt. Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa ist nach einem bestätigten Coronavirusfall ein großes Hotel unter Quarantäne gestellt worden. Rund 1000 Touristen seien in dem Ort Adeje im Südwesten der Kanareninsel von der Maßnahme betroffen, berichtete das spanische Fernsehen am Dienstag. Das Hotel werde von der Polizei bewacht, bis alle Menschen darin getestet worden seien, so die Zeitung „El Mundo“. Ob sich auch Deutsche in dem Hotel aufhalten, war zunächst unklar.

          Zuvor war ein Besucher aus Italien positiv auf das neue Virus getestet worden, wie das spanische Gesundheitsministerium mitteilte. Bei dem Mann handelt es sich den Angaben zufolge um einen 69 Jahre alten Italiener aus der Lombardei. Die Region ist das im Moment am stärksten von dem Virus betroffene Gebiet in Norditalien. Der Mann, der mit seiner Ehefrau Urlaub auf Teneriffa gemacht habe, liege jetzt isoliert im Krankenhaus Nuestra Señora de Candelaria auf der Insel. Nach dem ersten Sars-CoV-2-Schnelltest würden noch die Ergebnisse eines zweiten Tests erwartet, hieß es.

          In Nordrhein-Westfalen ist ein Mann, der am Coronavirus erkrankt ist, in kritischem Zustand. Lesen Sie hier ein Update.

          Es handelt sich um den dritten Coronavirusfall in Spanien. Zuvor war bereits ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera positiv getestet worden. Der Mann wurde inzwischen wieder entlassen. Auf Mallorca war vor wenigen Wochen ein Brite positiv getestet worden. Am Dienstag wurde auch zum ersten Mal Coronavirus-Fälle in Österreich, der Schweiz, Kroatien und auf dem spanischen Festland gemeldet.

          In Großbritannien sollen sich Menschen vorübergehend in Isolation begeben, wenn sie sich zuletzt in Norditalien aufgehalten haben und grippeähnliche Symptome aufweisen. Dazu rief Gesundheitsminister Matt Hancock auf. Auch das Europäische Parlament rief seine Mitarbeiter auf, zu Hause zu bleiben, falls sie zuletzt Regionen in Norditalien besucht hätten, die vom Coronavirus betroffen sind. Dasselbe gelte für China, Singapur und Südkorea.

          Sieben Tote in Italien

          Italien verzeichnet mit 283 Coronavirus-Patienten die höchste Zahl von Infektionen in Europa und befürchtet deshalb Auswirkungen auf seine Wirtschaft und seine Finanzlage. Auf Sizilien gibt es den ersten Fall in Süditalien, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Dienstag in Rom mit. Auch in Südtirol wurde ein Infizierter gemeldet, in der Toskana zwei. Die meisten Erkrankten meldete die nördliche Region Lombardei, gefolgt von Venetien, der Emilia-Romagana, dem Piemont und Latium. Sieben Infizierte starben bereits an den Folgen des Coronavirus.

          Wie es zu so einem rasanten Ausbruch kommen konnte, ist immer noch nicht bekannt. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte machte ein Krankenhaus für die Ausbreitung mitverantwortlich. „Es gab einen Brandherd, und von dort hat es sich verbreitet – auch wegen einer Organisation eines Krankenhauses, wo nicht alles komplett nach sorgfältigem Protokoll verlaufen ist, das man in solchen Fällen empfiehlt“, sagte er ohne den Namen der Klinik zu nennen. 

          Die stellvertretende italienische Wirtschaftsministerin Laura Castelli appellierte an die EU, bei der Bewertung der Haushaltslage des Landes flexibel zu sein. Die Gemeinschaft müsse Italien bei den Etatzielen entgegenkommen, wenn sich die Coronavirus-Epidemie erheblich auf die Wirtschaftsleistung auswirken sollte, sagte sie dem Sender RAI Uno. Der EU stünden dafür Mittel zur Verfügung. In Großbritannien forderte Gesundheitsminister Matt Hancock Norditalien-Rückkehrer auf, sich vorübergehend in Isolation zu begeben, wenn sie an grippeähnlichen Symptomen litten.

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