https://www.faz.net/-guw-9xwon

Gegen das Coronavirus : Patienten aus Partnerregion aufgenommen

  • Aktualisiert am

Beatmung: Hessen nimmt 14 Erkrankte aus Frankreich und Italien auf (Symbolbild). Bild: dpa

Hilfe in der Corona-Krise: Hessen unterstützt Italien und Frankreich im Kampf gegen das Virus. Außerdem haben Forscher aus Gießen und Marburg Beatmungsgeräte entwickelt, die schnell und günstig hergestellt werden können.

          2 Min.

          Die Hessische Landesregierung hat auf Bitten aus Italien und Frankreich entschieden, in einer einmaligen Aktion 14 schwerkranke Corona-Patienten von dort aufzunehmen. Zehn stammen aus der hessischen Partnerregion Emilia-Romagna in Italien und vier aus der französischen Region Grand Est, die Gebiete im Elsass, in Lothringen und der Champagne umfasst. Die Partnerschaft mit der Emilia-Romagna besteht seit Jahrzehnten, und auch die Beziehungen zwischen Hessen und Frankreich seien aufgrund der 25 Jahre andauernden Partnerschaft mit der Nouvelle-Aquitaine sehr eng, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit.

          Am Donnerstag hat Hanau den ersten Todesfall durch das Coronavirus in der Stadt gemeldet. Eine Frau, Jahrgang 1927, ist in häuslicher Quarantäne gestorben. Nach Angaben der Stadtverwaltung befinden sich in Hanau zurzeit 13 mit dem Coronavirus infizierte Patienten in stationärer Behandlung im städtischen Klinikum und dem Krankenhaus Sankt Vinzenz, drei davon auf Intensivstationen. Die Zahl der im Labor bestätigten Corona-Fälle ist am Donnerstag in Hessen auf 2170 gestiegen, 261 mehr als noch am Tag zuvor. In Relation zur Einwohnerzahl ist der Landkreis Limburg-Weilburg am stärksten betroffen. Dort haben sich die Fälle seit Dienstag mehr als verdoppelt, von 54 auf 115.

          Asylbewerberunterkünfte reaktivieren

          Das hessische Sozialministerium hat am Donnerstagabend angekündigt, zwei stillgelegte Asylbewerberunterkünfte in Darmstadt und Bad Arolsen zu reaktivieren, um dort bei Bedarf Migranten unterbringen zu können. So soll in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes ausreichend Platz geschaffen werden, um dort positiv auf das Coronavirus getestete Asylbewerber isolieren zu können. Nach Auskunft von Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) befinden sich derzeit vier mit dem Virus infizierte Asylbewerber in der Erstaufnahmeeinrichtung, die bereits isoliert wurden.

          F.A.Z.-Newsletter „Coronavirus“

          Die ganze Welt spricht über das Coronavirus. Alle Nachrichten und Analysen über die Ausbreitung und Bekämpfung der Pandemie täglich in Ihrem E-Mail-Postfach.

          Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

          Das Coronavirus, seine Ausbreitung und die Behandlung von Patienten beschäftigt weiterhin Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen. So hat sich die Zuwachsrate der bestätigten Corona-Infektionen in Deutschland nach Angaben von Wirtschaftswissenschaftlern der Universitäten Mainz und Regensburg seit vergangenem Freitag fast halbiert: Sie sei von durchschnittlich 27 Prozent auf 14 Prozent am Tag gesunken. Die Forscher um den Mainzer Volkswirtschaftler Klaus Wälde haben eine statistische Methode aus der Arbeitsmarktforschung auf die von der Johns-Hopkins-Universität veröffentlichten Infiziertenzahlen angewandt. Den Grund für den Rückgang sehen sie in den Vorkehrungen von Bund und Ländern in der Reduzierung sozialer Kontakte. „Auch eine Zuwachsrate von 14 Prozent ist ein Grund zur Sorge“, sagte Wälde. Aber die Eindämmungsmaßnahmen hätten die Epidemie offenbar verlangsamt.

          Forscher und Techniker der Universitäten Gießen und Marburg haben derweil für die Therapie von Corona-Patienten zwei Typen improvisierter Beatmungsgeräte entwickelt, die schnell und preisgünstig hergestellt werden können. Das eine Modell ist ein umgebautes Gerät zur Behandlung von Schlafapnoe, das andere ein Beatmungsbeutel für Notfälle, der mit einer Pumpmechanik versehen wurde.

          Weitere Themen

          Die bewegte Geschichte von Shady Risk Video-Seite öffnen

          Filmte die Explosion in Beirut : Die bewegte Geschichte von Shady Risk

          Shady Rizk hat die verheerende Explosion in Beirut mit seinem Handy gefilmt – und schwere Verletzungen durch umherfliegende Splitter erlitten. „Gott hat mir ein neues Leben geschenkt“, sagt er im Interview. Aus Beirut will er nun fortziehen.

          Topmeldungen

          Präsident Wladimir Putin nimmt am Freitag von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo aus an einer Kabinettssitzung teil.

          Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

          Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.
          Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

          Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

          In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.