https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/coronavirus-grossbritannien-schliesst-abriegelung-von-staedten-nicht-aus-16658445.html

Wenn Virus-Fallzahlen steigen : Großbritannien schließt Abriegelung von Städten nicht aus

  • Aktualisiert am

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock betonte im Interview, dass jede einzelne Person eine wichtige Rolle im Kampf gegen das Virus spielt. Bild: Reuters

In Großbritannien prüft man zur Zeit „alle Optionen“, um im Fall einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus gewappnet zu sein. Der britische Gesundheitsminister schreckt auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurück.

          1 Min.

          In einem Interview mit dem Fernsehsender BBC hat der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag ausdrücklich eine Abriegelung britischer Städte nach chinesischem Vorbild nicht ausgeschlossen, sollte dies zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus notwendig sein. Sollten die Fallzahlen zunehmen, plane die britische Regierung zudem, Ärzte aus dem Ruhestand zurückzuholen. Die Schließung von Schulen sei momentan noch nicht notwendig, würde bei positiv getesteten Fällen im Schulumkreis jedoch ebenfalls möglich werden.

          Die britische Regierung prüft nach Hancocks Angaben zur Zeit mit einer Art „Schlachtplan“ jede einzelne Option, um gegen die Ausbreitung des Coronavirus in dem Land anzukämpfen, wie der Minister in einem Fernsehinterview mit „Sky News“ am Sonntag bekanntgab. Hancock bestätigte, dass die Regierung ihren „Schlachtplan“ für die Maßnahmen veröffentlichen wird. Weitreichendere Maßnahmen würden jedoch erst in Kraft treten, wenn sich die Lage verschlimmern sollte. Zur Zeit gibt es in Großbritannien 23 bekannte Fälle von Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben.

          „Die Ausbreitung des Virus ist eine sehr, sehr bedeutende Herausforderung“, sagte Hancock in dem „Sky News“-Interview weiter. Gleichzeitig beschwichtigte Hancock aufgrund der zur Zeit noch geringen Infektionszahl: „So lange die Menschen regelmäßig die Hände waschen und sich an die festgelegten Vorsichtsmaßnahmen halten, sind wir auf dem richtigen Weg.“

          Aktuell befinde sich Großbritannien im ersten Stadium des Planes zur Eindämmung des Virus. Hier sei es die oberste Priorität, die weitere Ausbreitung von Covid-19 zu bekämpfen. Konkret bedeute das, dass jeder Fall einer Infizierung direkt behandelt wird und alle Personen, die mit der erkrankten Person in Kontakt standen, ebenfalls kontaktiert werden. Da es sich bei den meisten Infektionsfällen in dem Inselstaat bislang um Menschen handele, die sich im Ausland mit dem Virus angesteckt haben, sei die Eindämmung momentan gut möglich.

          Die britische Regierung hat laut Hancock 40 Millionen Pfund in die Erforschung eines neuen Impfstoffes gegen das Virus gesteckt. Ein Präparat ist jedoch frühestens in ein paar Monaten zu erwarten. Früher könne man mit Medikamenten rechnen, die die Behandlung von Menschen, die an dem Coronavirus erkrankt sind, verbessern und die Symptome abmildern könnten, sagte Hancock ebenfalls in dem Interview.

          Weitere Themen

          Der letzte Molokan

          In der türkischen Stadt Kars : Der letzte Molokan

          Die Stadt Kars ist in der Vergangenheit immer wieder von Russland erobert worden. Längst gehört sie wieder zur Türkei – und der Molokaner Alexei ist der letzte seiner Sekte.

          Schütze von Buffalo bekennt sich schuldig

          Zehn Menschen getötet : Schütze von Buffalo bekennt sich schuldig

          Beim rassistisch motivierten Angriff in Buffalo hatte Payton Gendron mutmaßlich zehn Menschen erschossen. Nun hat sich der 19-Jährige vor Gericht für schuldig bekannt. In einem anderen Verfahren droht ihm sogar die Todesstrafe.

          Topmeldungen

          Ein Mitarbeiter der Salzgitter AG reinigt die Abstichrinne am Hochofen. Auch dem Stahlkonzern machen Inflation und hohe Energiepreise zu schaffen. 10:16

          F.A.Z. Frühdenker : Wie hoch ist die Inflation im November?

          Die Verkehrsminister von Bund und Ländern sollen Geld für das 49-Euro-Ticket zusichern. Die Inflationsdaten für November werden bekanntgegeben. Und die WM geht in die heiße Phase. Alles Wichtige im Newsletter für Deutschland

          Twitter-Chef in Aufruhr : Musk geht auf Apple los

          Der neue Twitter-Eigentümer behauptet, der iPhone-Hersteller drohe mit einem Rauswurf aus dem App Store und schalte kaum noch Anzeigen. Musk suggeriert, Apple wolle Twitter zensieren – und fragt: „Hassen sie freie Meinungsäußerung in Amerika?“

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.