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Angst wegen Coronavirus : Die Ausnahmesituation

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Aus Zhanjiang zu Besuch in Oberursel

Als Kerong Qiu und Jianmei Wu vor knapp zweieinhalb Wochen ins Flugzeug stiegen, um ihre Tochter in Deutschland zu besuchen, war der Coronavirus zu Hause zwar Thema, aber noch nicht in diesem Ausmaß. Weder war Wuhan abgeriegelt, noch waren Flüge gestrichen oder Reisewarnungen ausgesprochen. Das ist nun gänzlich anders, wenn das Ehepaar an diesem Wochenende ein Flugzeug der China Eastern Airlines besteigt, um zurück in ihre Heimatstadt Zhanjiang zu fliegen. Sie hat rund sieben Millionen Einwohner und ist südwestlich von Guangzhou am Südchinesischen Meer im subtropischen Teil Südchinas gelegen, also rund 1500 Kilometer von Wuhan entfernt, aber ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Standort für ausländische Unternehmen. BASF baut hier einen weiteren Produktionsstandort. Dass sie mit China Eastern Airlines eine chinesische Fluggesellschaft gebucht haben, die im Gegensatz zu Lufthansa und anderen ausländischen Linien immer noch fliegt, sieht das Ehepaar als glücklichen Zufall.

„Wir haben aber keine Sorge, zurückzufliegen“, sagt der 60-jährige Kerong Qui, der zum ersten Mal Deutschland besucht, weil seine Tochter in Oberursel lebt und arbeitet. „Als wir weggeflogen sind, gab es nicht so viele Informationen über die Gefahr, aber mittlerweile hat der Staat etliche Maßnahmen ergriffen“, sagt er. Martin Benninghoff

Feldbetten und W-Lan am Flughafen

Zwischen den blauen Liegen, die sich in der Turnhalle auf dem Gelände des Flughafens aneinanderreihen, ist nicht mal ein halber Meter Platz. Dicht an dicht stehen die Feldbetten in dem Medical Assisstance Center, das für die deutschen Rückkehrer aus Wuhan eingerichtet wurde. Auf dem Boden sind Markierungen, rot, schwarz, grün. In der Halle wird sonst Sport gemacht. Das ist der Ort, an dem die deutschen Rückkehrer die ersten Stunden verbringen werden, nachdem sie von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes in Empfang genommen und von der Landebahn mit dem Bus zur Turnhalle gebracht wurden.

„Es ist ein stressiges Ankommen. Sie werden hier erst einmal versorgt, bekommen etwas zu essen und zu trinken“, sagt der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, René Gottschalk, bei einer Pressekonferenz am Freitag. Neben Essen und Getränken gebe es auch Steckdosenleisten und einen W-Lan-Hotspot, so der Leiter der Flughafenklinik, Michael Sroka. Es werde alles versucht, damit die Heimkehrer gut ankommen könnten. In Einzelfällen könne dann noch nachjustiert werden, zum Beispiel mit Kinderspielzeug oder Babynahrung. Nach einigen Stunden geht es weiter nach Germersheim in Rheinland-Pfalz. Dort werden sie für 14 Tage in einer Bundeswehrkaserne in Quarantäne sein. Auch die Frankfurter Universitätsklinik steht bereit. „Wir haben uns auf die Rückkehr der Bundeswehrmaschine vorbereitet. Sollten sich darunter Personen mit respiratorischen Symptomen befinden, können diese umfassend betreut werden“, sagt Professorin Maria J.G.T. Vehreschild, Leiterin des Schwerpunktes Infektiologie und der Task Force. Zu diesem Zweck sei auch die Diagnostik rund um die Uhr einsatzbereit. Stefanie Sippel und Lucia Schmidt

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