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Coronavirus in China : Behörden bitten Bewohner, Wuhan nicht zu verlassen

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Im Bahnhof von Wuhan werden Reisende mit einer Wärmebildkamera beobachtet. Bild: AFP

Damit sich das Coronavirus nicht weiter ausbreitet, bittet China seine Bürger auf Reisen nach Wuhan zu verzichten. Derweil steigt die Zahl der Infizierten und der Todesopfer. Auch in den Vereinigten Staaten wurde nun der erste Fall festgestellt.

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          Chinesische Behörden haben nach dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus der Bevölkerung empfohlen, Reisen von und nach Wuhan zu überdenken. „Wir empfehlen, dass Leute von außerhalb, wenn nicht dringend notwendig, nicht nach Wuhan reisen und dass die Bewohner Wuhan nicht verlassen“, sagte der Li Bin, Vize-Minister das Nationalen Gesundheitskommission in einem öffentlichen Statement. Inzwischen bestätigten die Behörden 440 Infektionen und neun Todesfälle in China. 

          Es wird vermutet, dass das Virus von einem Fischmarkt in der Stadt Wuhan kommt, auf dem auch Wildtiere verkauft wurden. Man gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Quelle ein Wildtier auf dem Markt gewesen sei, sagte Gao Fu, Direktor des chinesischen Zentrum für Seuchenkontrolle. Demnach gab es zunächst Übertragungen vom Tier zum Menschen, bevor das Virus sich an seinen neuen Wirt anpasste und es zu Übertragungen zwischen Menschen kam.

          Mit der Zahl der Tests nimmt in China die Zahl der Nachweise der seit Dezember kursierenden neuen Lungenkrankheit zu. Die Zahl erfasster Todesfälle stieg um weitere drei auf neun, wie Chinas Staatsrat am Mittwoch berichtete. Mit 440 Fällen waren im Land zudem gut 100 bestätigte Infektionen mehr als noch am Vortag erfasst. Auch außerhalb Chinas wurden neue Erkrankungen bekannt. Erstmals wurde ein Nachweis in den Vereinigten Staaten gemeldet.

          Erkrankt sei ein Mann, der nach einer Reise in die chinesische Stadt Wuhan am 15. Januar in die Westküstenmetropole Seattle zurückgekehrt war, teilte die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag (Ortszeit) mit. Der Mann habe bei der Rückreise noch keine Symptome bemerkt, sich später aber zur Untersuchung in ein Krankenhaus begeben. Sein Zustand sei gut. Es bestehe nur ein sehr geringes Risiko, dass er weitere Menschen angesteckt haben könnte, hieß es. Die Behörden seien dabei, eine Liste der Menschen zusammenzustellen, mit denen der Mann Kontakt hatte.

          Die Krankheit war zuvor bereits in Japan, Südkorea, Taiwan und Thailand nachgewiesen worden. In Thailand sind mit zwei neuen Fällen inzwischen vier Nachweise erfasst, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Betroffen sind demnach eine Thailänderin, die von einer Reise aus der chinesischen Stadt Wuhan zurückkehrte, sowie ein Chinese, der am Sonntag nach Thailand eingereist war. Thailands Behörden haben nach Ministeriumsangaben seit Anfang Januar rund 20.000 Menschen, die mit Flügen aus Wuhan kamen, auf mögliche Symptome wie Fieber kontrolliert.

          Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Ausbreitung der Viruskrankheit. Bei der größten jährlichen Reisewelle des Landes sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs. Gesundheitsexperten befürchten, dass besonders ansteckende Patienten das Virus schneller streuen könnten. Sogenannte Superverbreiter (engl. Superspreader) hatte es auch bei der ebenfalls von China ausgegangenen Sars-Pandemie gegeben, der 2002/2003 rund 800 Menschen zum Opfer fielen.

          Das neue Virus gehört zur selben Virusart, es ist nur eine andere, nach derzeitigem Stand harmlosere Variante. Gerade auch wegen der Erinnerungen an den Sars-Ausbruch ist die neue Erkrankung bei Menschen in China zum allgegenwärtigen Thema geworden. Das Land war damals praktisch zum Stillstand gekommen, Schulen blieben über Wochen geschlossen. Sarsviren gehören zu den Coronaviren, die oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen verursachen. Allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Mers dazu.

          In Peking waren am Dienstag und Mittwoch ungewöhnlich viele Menschen mit Schutzmasken unterwegs. In einigen Geschäften waren die Masken bereits ausverkauft. Familien diskutierten, ob geplante Reisen über die Feiertage abgesagt werden sollten.

          Experten hatten am Dienstag erklärt, dass vereinzelte Einschleppungen der neuen Lungenkrankheit auch nach Europa durch Reisende immer wahrscheinlicher werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der Lungenkrankheit ihren Notfallausschuss einberufen. Die Experten sollten am Mittwoch beraten. Auch die EU-Kommission plante zur Bewertung der Risiken durch die neue Lungenkrankheit ein Treffen.

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