https://www.faz.net/-guw-9x3dv

Coronavirus erkennen : Teste mich, wer kann

In Baden-Württemberg demonstriert jemand einen Corona-Labortest Bild: AFP

Ein verbreiteter Labortest auf das Coronavirus wird knapp, berichten Mediziner mancherorts. Denn die Zahl der Tests ist in letzter Zeit stark gestiegen. Doch es gibt Alternativen.

          2 Min.

          Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus in Deutschland hat nicht nur dazu geführt, dass etliche Bürger sich in Apotheken mit Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken eindecken, so dass diese kaum noch zu bekommen sind. Auch Krankenhäuser berichten zunehmend von Problemen beim Nachschub. So sind selbst an der Universitätsklinik Bonn Schutzmasken und Desinfektionsmittel knapp geworden, wie Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie, der F.A.Z. berichtet.

          Kim Björn Becker

          Redakteur in der Politik.

          Darüber hinaus bereiten die verbreiteten Labortests auf das Coronavirus den Medizinern mancherorts Schwierigkeiten. Denn die Zahl der Tests ist in jüngster Zeit so stark gestiegen – alleine in Bonn seien am Sonntag 500 Patienten auf Corona getestet worden –, dass die Industrie mit der Produktion offenbar nicht immer hinterherkommt. „Ein Problem sind die Abstrichröhrchen“, sagt Streeck. Um einen Patienten auf Corona zu testen, muss eine Probe im Rachen gemacht werden, dazu sollten spezielle Teile mit einer borstigen Oberfläche verwendet werden. „Die sind bei uns bereits knapp geworden und derzeit nicht zu bestellen“, sagt Streeck. Mediziner müssten dann auf einfache Wattestäbchen zurückgreifen. Das macht den Test zwar nicht unmöglich, aber etwas aufwendiger.

          F.A.Z. Newsletter Coronavirus

          Täglich um 12.30 Uhr

          ANMELDEN

          Vor allem aber gibt es derzeit offenbar Lieferschwierigkeiten bei dem Labortest der Berliner Charité, der als Erster seiner Art auf den Markt kam und der von etlichen Kliniken benutzt wird. Der Test hat mehrere Bausteine, die meisten werden von dem Berliner Unternehmen TIB Molbiol hergestellt. Deren Geschäftsführer Olfert Landt sagte, man habe bislang 30000 Tests hergestellt. Bei den Bausteinen, die in Berlin produziert würden, gebe es keine Knappheit. Darüber hinaus ist für den Test aber ein spezielles Enzym nötig, das von mehreren Unternehmen hergestellt wird. Bei der Zulassung des Tests wurde ein Enzym eines großen Pharmaherstellers verwendet, nach Informationen der F.A.Z. gibt es bei diesem Enzym Lieferschwierigkeiten.

          Es müsse geprüft werden, ob der Corona-Test auch dann noch zuverlässig ist, wenn das Enzym eines anderen Herstellers verwendet wird, sagt Alexander Dalpke, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsklinik Dresden. Das bedeute aber nicht, dass die Kliniken deshalb keine Tests mehr machen könnten. „Es gibt auch noch andere Hersteller“, sagt Dalpke. Um ganz sicher zu gehen, haben die Kliniken in Bonn und Dresden angekündigt, nun den Test eines Hamburger Herstellers zu verwenden.

          Wie viele Menschen in Deutschland bereits auf Corona getestet wurden, wird nicht zentral erhoben. Dem Robert-Koch-Institut werden nur jene Fälle gemeldet, in denen ein Patient positiv auf das Virus getestet wurde.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Hat wesentlich zur Bekanntheit von Pennystocks beigetragen: Der Film „The Wolf of Wall Street“.

          Die Vermögensfrage : Spielwiese Pennystocks

          Pennystocks bezeichnen Titel unter einem Wert von einem Euro. Der flotte Handel mit solchen Aktien verspricht das schnelle Geld. Leider gibt es einen Haken: das Risiko.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.