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Prognose für Coronavirus : Epidemie soll sich erst Ende April stabilisieren

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Eine medizinische Mitarbeiterin überprüft Einrichtungen auf der Intensivstation vor der Inbetriebnahme eines behelfsmäßigen Krankenhauses in Xi’an. Bild: dpa

Erstmals seit Januar wurden weniger als 2000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Chinas Expertenkommission rechnet dennoch erst in zwei Monaten mit einer Stabilisierung der Virus-Epidemie. Erste Länder ergreifen Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft.

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          Die Epidemie der neuen Lungenkrankheit Covid-19 in China wird sich nach Einschätzung eines führenden chinesischen Experten möglicherweise erst Ende April stabilisieren. „Das ist eine sehr grobe Schätzung“, sagte Professor Zhong Nanshan, Chef der Expertengruppe der chinesischen Regierung, in einem Video von einer Schalte mit Medizinern aus der Südprovinz Guangdong, über das die Zeitung „Nanfang Dushibao“ (Southern Metropolis Daily) am Dienstag berichtete.

          Mit einem Höhepunkt des Ausbruchs im ganzen Land sei voraussichtlich bis Ende Februar zu rechnen. „Den Höchststand zu erreichen, bedeutet aber nicht den Wendepunkt“, mahnte der renommierte Mediziner zur Vorsicht. Er sagte allerdings, dass die radikalen Maßnahmen in China zur Eindämmung des Sars-CoV-2 genannten neuen Coronavirus wirkten.

          Durch die jetzt laufende Rückreisewelle von Wanderarbeitern nach den Ferien zum chinesischen Neujahrsfest, die wegen des Virus verlängert worden waren, erwarte er „möglicherweise keinen großen Anstieg“. Es seien sehr strenge Maßnahmen zur Kontrolle der Reiseströme ergriffen worden, sagte Zhong Nanshan in dem Dienstag im Internet veröffentlichten Video von der Konferenzschalte am Vortag.

          Die Zahl der Neuinfektionen in China ist nach offiziellen Angaben zum ersten Mal seit Januar unter die Schwelle von 2000 pro Tag gefallen. Auf dem Festland seien 1886 zusätzliche Fälle bestätigt worden, teilte die Nationale Gesundheitskommission mit. Weitere 98 Menschen seien an der Viruserkrankung gestorben, insgesamt damit 1868. Die Zahl der Ansteckungen erreichte insgesamt 72.436, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Die meisten Fälle werden in Zentralchina in der schwer betroffenen Provinz Hubei gezählt.

          Krankenhausdirektor stirbt an Viruserkrankung

          Zum ersten Mal ist auch ein Krankenhauschef der dem Virus zum Opfer gefallen. Liu Zhiming, der Direktor des Wuchang Hospitals in Hubeis Provinzhauptstadt Wuhan, sei Montag gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur China News. Ein Medizinerkollege berichtete demnach, der Chefarzt sei in gutem Gesundheitszustand gewesen und hätte selbst nicht erwartet, dass er an der Lungenkrankheit sterben würde. Am Freitag war schon eine 59-jährige Krankenschwester desselben Hospitals an dem Virus gestorben.

          Im Kampf gegen das Virus haben sich bislang schon mehr als 1700 Ärzte und Pflegekräfte angesteckt. Bis Ende vergangener Woche waren mindestens sechs Helfer daran gestorben, wie das Staatsfernsehen CCTV berichtet hatte. Der überwiegende Teil der Betroffenen war demnach in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Einsatz, in deren Hauptstadt Wuhan das Virus ausgebrochen war.

          Pekings internationale Automesse verschoben

          Wegen der Epidemie wird auch Pekings internationale Automesse im April verschoben. Wie die Veranstalter mitteilten, sei die Entscheidung getroffen worden, „um die Gesundheit und Sicherheit der Aussteller und Teilnehmer zu gewährleisten“. Die wichtigste Messe auf dem weltgrößten Automarkt sollte eigentlich vom 21. bis 30. April in der chinesischen Hauptstadt abgehalten werden. Wann die Ausstellung nachgeholt werden soll, blieb offen.

          Apple wird wegen des Coronavirus-Ausbruchs in China die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal verfehlen. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant, teilte der Konzern mit. Zudem sei der Absatz von Apple-Geräten in China zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte – und auch die Stores der Firma – zeitweise geschlossen blieben und schlecht besucht worden seien.

          Um die Folgen der Epidemie auf die Wirtschaft abzufedern erhöht Hongkong die Hilfszahlungen. Die Summe werde auf 28 Milliarden HK-Dollar (etwa 3,3 Milliarden Euro) von 25 Milliarden HK-Dollar aufgestockt, erklärt Regierungschefin Carrie Lam. Auch Südkoreas Präsident Moon Jae In ruft seine Regierung zur Einleitung von „allen verfügbaren Maßnahmen“ auf, um die Konjunktur angesichts der Epidemie zu stützen. Die Wirtschaft des Landes befinde sich in einer Notsituation. Die Börse in Seoul liegt nach der Eröffnung zunächst um bis zu 1,4 Prozent im Minus.

          Passagiere der „Diamond Princess“ in Amerika eingetroffen

          In den Vereinigten Staaten trafen unterdessen 338 amerikanische Bürger ein, die von Bord des Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“ geholt worden waren, das in Japan wegen des Coronavirus unter Quarantäne steht. Zwei Maschinen mit den Ausgeflogenen landeten auf der kalifornischen Luftwaffenbasis Travis und dem texanischen Stützpunkt San Antonio-Lackland. Nach Angaben des amerikanischen Außenministeriums sind unter den Heimkehrern 14 Menschen, die mit dem neuartigen Virus infiziert sind. Sie wurden in den Flugzeugen von den anderen Passagieren getrennt. Sie wurden für weitere Tests und zur Behandlung zu einem medizinischen Zentrum der Universität von Nebraska weitergeflogen.

          Alle in die Vereinigten Staaten zurückgeholten Menschen von Bord der „Diamond Princess“ müssen zwei Wochen unter Quarantäne verbringen. Weitere rund 40 amerikanische Passagiere des Kreuzfahrtschiffs werden derzeit in japanischen Krankenhäusern wegen Infektion mit dem Virus behandelt. Unter den mehr als 3700 Menschen, die mit der „Diamond Princess“ nach Japan gereist waren, wurden inzwischen insgesamt 454 positiv auf das Virus getestet.

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