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Das Coronavirus in China : Der „Volksführer“ macht sich Notizen

Einkaufen mit Mundschutz: Ein Supermarkt in Wuhan Bild: dpa

Die chinesische Führung zeigt sich angesichts des Coronavirus ungewöhnlich offen und dialogbereit. Doch viele Chinesen trauen den offiziellen Opferzahlen nicht.

          5 Min.

          Am Samstag fielen Chinas Abendnachrichten ungewohnt spektakulär aus. Sieben Minuten lang zeigte das Staatsfernsehen eine Krisensitzung des Ständigen Ausschusses der Kommunistischen Partei. Nach diesem filmischen Einblick in den wichtigsten, nur sieben Mitglieder zählenden Machtzirkel des Landes muss man in den Archiven lange suchen.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Dass dort gleich zu Beginn Chinas Präsident und Parteichef Xi Jinping dabei gezeigt wurde, wie er sich Notizen macht, war ebenfalls neu. Normalerweise sind es alle anderen, die sich vor den Fernsehkameras Xis Worte notieren müssen. Nach einer Verfassungsänderung kann Chinas Alleinherrscher lebenslang im Amt bleiben. Ein Dutzend Titel hat Xi angehäuft, die Bürger mahnt er sogar zur Mülltrennung persönlich. Doch nachdem sich das Coronavirus immer schneller ausbreitet, hört selbst der „Volksführer“ auf seine Fachleute, lautet die Botschaft.

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