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Handel : Coronavirus bringt Containerschifffahrt durcheinander

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Ein Containerschiff in der ostchinesischen Provinz Shandong Bild: dpa

Die drei größten Containerreedereien der Welt haben ihre Fahrten nach China reduziert. Viele Routen werden verlegt. Das wird die Containerschifffahrt auf Monate belasten.

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          Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus wird die Containerschifffahrt auf Monate belasten. Obwohl China seine Häfen nicht geschlossen hat, fahren Reedereien Branchenkennern zufolge die Volksrepublik weniger an. Zahlreiche Routen müssten verlegt werden. Hintergrund ist die Abschirmung von Städten und die Schließung von Fabriken, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. China ist für die Frachtschifffahrt jedoch von zentraler Bedeutung, fast alle Sorten von Gütern werden von dort verschifft: Lebensmittel, Telefone, Designerkleidung und Industrieteile. Die drei größten Containerreedereien - Maersk, MSC und CMA CGM - haben Fahrten nach China reduziert, wie sie in den vergangenen Tagen erklärten. Das führt zu einem Rückstau, der die Branche noch länger beschäftigen dürfte.

          Bei der Reederei Torvald Klaveness sind 25 Prozent der Flotte von Stornierungen betroffen, wie ihr Chef Lasse Kristoffersen sagte. Geringere Mengen seien normal während der Ferien zum chinesischen Neujahrsfest. „Aber es sieht so aus als wäre es noch weniger für diese Jahreszeit - wahrscheinlich wegen des Coronavirus.“ Auch die Beratungsgesellschaft Jon Monroe erklärte, dass die Stornierungen höher lägen als normal für diese Jahreszeit. Und nach Abebben des Coronavirus entstünden neue logistische Probleme, da liegengebliebene Güter von und nach China transportiert werden müssten.

          Darauf deuten auch die Lagerbestände in Hafen von Busan in Südkorea. Dort sind 78 Prozent der Lagerkapazitäten für Container belegt, wie ein Vertreter des Hafenbetreibers sagte. Üblicherweise sind es 70 Prozent. Sollte die Quote 80 Prozent übersteigen, sei es kaum noch möglich, den Hafen effizient zu betreiben. Einige Analysten rechnen mit Unterbrechungen bis in den März hinein.

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