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Stimmung auf den Straßen : Bleiben die Deutschen zuhause?

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Bild: F.A.Z.

Quarantäne, Sicherheitsabstand, Ausgangsbeschränkungen: Wie sieht es an diesem Samstag in den Parks, Supermärkten und Cafés in der Region aus?

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          Im Frankfurter Westend haben die Menschen die neuen Verhaltensregeln schnell adaptiert. Beim Bäcker und beim Metzger (Foto) stehen sie diszipliniert mit genügend Sicherheitsabstand an, die Kunden werden einzeln in die Läden gelassen. Die Stimmung ist dennoch eher entspannt. Ein anderes Bild zeigt sich bei Rewe und dm, hier ist es weiterhin ziemlich voll, man sieht nur wenige KäuferInnen mit Mundschutz oder Handschuhen. Immerhin gibt es Hinweise an der Kasse, dass man eineinhalb Meter Abstand halten soll. Das halten alle ein. (Felix Hooss)

          Am Samstagabend ist es sehr ruhig unten am Mainufer. Unter der Woche war hier um diese Uhrzeit immer noch viel los, die Jogger liefen Slalom um die Spaziergänger, kleinere Gruppen saßen auf den Wiesen zusammen, picknickten, tranken Bier und rauchten Shisha oder Gras. Doch die Botschaft, dass das Verhalten der Bevölkerung am Samstag maßgeblich ist dafür, ob Ausgangsbeschränkungen verhängt werden, scheint angekommen zu sein: Es ist leer. Wer unterwegs ist, ist allein oder zu zweit. Allerdings könnte das auch daran liegen, dass es kälter ist als in den vergangenen Tagen. Der stramme Wind lädt nicht zum Flanieren ein. Hoffnung machen die Enten, die die Wege am Ufer bevölkern und fälschlicherweise für eine Toilette halten und die mancher Frankfurter deshalb als Plage ansieht. Es hat viele strenge Botschaften der Politik gebraucht, doch endlich sind die Tiere hier in der Überzahl. (Gustav Theile)

          Es ist Freitag. Der Gang zum nächsten Supermarkt steht an. Dieser führt durch einen verwaisten Mainzer Park. Die Sportfelder sind leer, die Spielplätze wie ausgestorben. Kein lautes Kindergelächter und auch kein Hundegebell. An anderen Tagen empfindet man das als nervig, heute aber fehlt es. Etwas weiter bei den Aussichtspunkten bemerkt man dann doch etwas Leben: Ein Pärchen sitzt ineinander verschlungen, fast wie als Protest zum empfohlenen Mindestabstand. Sie flüstern sich etwas zu, man kann es aufgrund der ungewohnten Stille im Park fast hören. Nur wenige Meter weiter ein ähnlicher Anblick. Ein zweites Paar hat es sich auf einer Decke bequem gemacht. Die beiden schauen sich die Bäume und den Himmel an – wie zum Abschied, so wirkt es. Kurz vor dem Supermarkt sieht man eine einsame Joggerin, die mit einem Lautsprecher an der Hüfte ihre Umgebung beschallt. Es gibt niemanden, der dagegen protestieren könnte. Der Supermarkt ist dann fast menschenleer. Die notwendigen Produkte sind wie erwartet ausverkauft.

          Einen Tag später ein ganz anderes Bild. Vor den Läden stehen überall Mitarbeiter, die Kunden nur noch einzeln durchlassen. Sie führen Strichlisten, wie Türsteher vor Diskotheken. Ein Aldi-Mitarbeiter meint, das sei eine Anweisung für alle Filialen in Rheinland-Pfalz. (Alexander Davydov)

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