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Nach Schulschließungen : Streit um Anwesenheit von Lehrern

Leeres Klassenzimmer: Über die Präsenzpflicht der Lehrer herrscht Uneinigkeit. Bild: Reuters

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisiert die Präsenzpflicht der Lehrer trotz Schulschließungen. Das hessische Kultusministerium lässt die Schulleiter jedoch in einigen Fällen selbst darüber entscheiden.

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          Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) prangert an, dass viele Lehrer trotz der Coronakrise weiterhin in die Schule kommen müssten. Obwohl der reguläre Unterricht seit Beginn der Woche ausgesetzt ist, würden einige Schulleiter noch immer interne Konferenzen sowie Sitzungen von Arbeits- und Planungsgruppen einberufen. Außerdem würden Lehrer aufgefordert, im zeitlichen Umfang ihrer Unterrichtsstunden in der Schule präsent zu sein, sagte die GEW-Landesvorsitzende Birgit Koch. Das laufe dem Ziel zuwider, die Pandemie durch die Aussetzung des Unterrichts einzudämmen. Lehrer müssten ihren Dienstpflichten so weit wie möglich von zu Hause aus nachkommen können.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Maike Wiedwald, ebenfalls GEW-Landesvorsitzende, wirft Kultusminister Alexander Lorz (CDU) vor, widersprüchliche Angaben gemacht zu haben. Auch die Anweisungen der 15 Staatlichen Schulämter in Hessen unterschieden sich. Lorz müsse jetzt deutlich sagen, dass es für hessische Lehrer und Sozialpädagogen bis zum Ende der Osterferien keine Präsenzpflicht gebe. Der Betrieb müsse so organisiert werden, dass in den Schulen lediglich das Personal anwesend sei, das die Notbetreuung aufrechterhalte und für dringende Aufgaben unbedingt erforderlich sei. Wenn die anderen Lehrkräfte zu Hause blieben, bedeute das nicht, dass sie nicht arbeiteten, sagte Wiedwald. Viele Lehrer engagierten sich, stellten Materialien zusammen und ließen sie digital den Schülern zukommen.

          Gemäß Einsatzplan in der Schule arbeiten

          Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte am Mittwoch, dass die Schulen in zwei Schreiben am Freitag und am Sonntag eindeutig informiert worden seien. Unter anderem seien die Schulleiter zur Anwesenheit an den Unterrichtstagen verpflichtet worden. Damit werde sichergestellt, dass die Schulaufsicht sie erreichen könne und sie in den Liegenschaften gegebenenfalls weitere Maßnahmen zum Schutz vor der Corona-Pandemie umsetzen könnten.

          Lehrkräfte und andere schulische Mitarbeiter im Landesdienst müssten dem Dienst grundsätzlich gemäß ihrem individuellen Stunden- oder Einsatzplan in der Schule nachkommen und dort außerunterrichtliche Aufgaben übernehmen. Die Schulleitung könne jedoch in eigener Verantwortung entscheiden, in welchem Umfang Lehrkräfte mit der Wahrnehmung von außerunterrichtlichen Aufgaben zu Hause betraut werden. Dies gelte insbesondere für über Sechzigjährige und Beschäftigte mit einer Grunderkrankung oder unterdrücktem Immunsystem.

          Das Ministerium habe mithin deutlich gemacht, dass „die Lehrkräfte nun nicht fünf Wochen Ferien haben, sondern grundsätzlich erst einmal im Dienst sind“. Das bedeute aber nicht, dass alle permanent in der Schule sein müssten. Deshalb habe das Ministerium auch darauf hingewiesen, dass die Schulleitungen den Notbetrieb organisieren sollen. Sie müssten auch entscheiden, wie und wo die Lehrer arbeiten müssten. Es helfe nicht, von Wiesbaden aus allgemeine Vorgaben zu machen. „Da vertrauen wir auch ein Stück weit auf die Erfahrung und das Führungsgeschick unserer Schulleitungen.“ Es sei jedoch klar, dass keine Konferenzen und andere größere Zusammenkünfte stattfinden sollten, da das die Bemühungen zur Seuchenbekämpfung unterminieren würde.

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