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1292 Corona-Neuinfektionen : Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 10,0

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Impfen im Auto: Ärztin in Hildesheim in Niedersachsen Bild: dpa

Laut dem RKI gibt es fast doppelt so viele Neuinfektionen wie vor einer Woche. Auch die Inzidenz steigt weiter an – jedoch deutlich niedriger im Osten Deutschlands. Wirtschaftsminister Altmaier spricht sich derweil gegen einen neuen Corona-Lockdown aus.

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          Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Deutschland auf einen zweistelligen Wert gesprungen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Sonntagmorgen mit 10 an (Vortag: 9,4 vor einer Woche 6,2). Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI 1292 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.14 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 745 Ansteckungen gelegen.

          Die Hälfte der 16 Bundesländer überschreitet eine Sieben-Tage-Inzidenz von 10. Berlin kommt auf 15,8, Bremen auf 13,7, Hessen auf 13,2. Am niedrigsten ist der Wert in Sachsen-Anhalt mit 3,1, doch auch dort steigt die Inzidenz langsam wieder an. Alle Flächenstaaten im Osten Deutschlands sind deutlich weniger betroffen von Neuinfektionen als der Westen.

          Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

          Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden drei Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es sechs Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.744.681 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.639.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.362.

          Trotz des Anstiegs der Corona-Inzidenz schließt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) einen abermaligen Corona-Lockdown in Deutschland aus. „Wir müssen und werden einen neuen Lockdown verhindern“, sagte er der Zeitung Bild am Sonntag. Ein neuer Lockdown wäre nach seinen Worten „für viele Geschäfte und Restaurants, die bereits monatelang geschlossen waren, verheerend“. Der Wirtschaftsminister sieht aktuell auch keinen Bedarf für weitere Maßnahmen gegen das Coronavirus: „Solange keine Überlastung des Gesundheitssystems droht, gibt es keinen Grund für neue Maßnahmen oder gar einen Lockdown.“

          Geimpfte oder Jüngere hätten bei einer Infektion meist gar keine Symptome. Auch sei die Intensivbetten-Kapazität in Deutschland weit von ihrer Auslastungsgrenze entfernt. Allerdings hält Altmaier den Verlauf der Impfkampagne für zu langsam. „Wir müssen die Impfkampagne noch einmal stark beschleunigen“, forderte er. „Überall dort, wo Menschen öffentlich zusammenkommen, ob im Biergarten oder in der Fußgängerzone, sollten Impfungen angeboten werden.“ Der CDU-Politiker plädierte auch dafür, dass „mobile Impfteams Menschen in Cafés und Gaststätten ansprechen und direkt vor Ort impfen“.

          Vollständig geimpft gegen das Virus waren bis zum Freitag in Deutschland nach Angaben des RKI 45,9 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine Impfdosis erhielten demnach 59,7 Prozent.

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