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6313 Corona-Neuinfektionen : Die bundesweite Inzidenz sinkt auf 41

  • Aktualisiert am

In einem Zimmer der Intensivstation in Berlin wird ein Patient mit einem schweren Covid-19 Krankheitsverlauf behandelt. Bild: dpa

Auch die Zahl der vom Robert Koch-Institut gemeldeten neuen Corona-Fälle geht weiter zurück. Vor dem Impfgipfel fordert Berlins Regierender Bürgermeister Müller einen realistischen Fahrplan für Impfungen von Kindern und Jugendlichen.

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          Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6313 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.25 Uhr wiedergeben.

          Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.298 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 41 an. Am Vortag lag sie bei 46,8, in der Vorwoche bei 68. An Feiertagen wie Pfingstmontag suchen weniger Menschen einen Arzt auf, wodurch auch weniger Proben genommen werden und es weniger Laboruntersuchungen gibt. Daher werden weniger Neuinfektionen gemeldet.

          Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 269 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 237 Tote gewesen.

          Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.662.490 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.450.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 87.995 angegeben.

          Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,71, am Vortag hatte er bei 0,78 gelegen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 78 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

          „Wir müssen jetzt die Weichen stellen für die nächsten Schritte“

          Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller fordert derweil vor dem für Donnerstagnachmittag geplanten Impfgipel von Bund und Ländern einen realistischen Fahrplan für mögliche Impfungen von Kindern und Jugendlichen. „Es ist gut, dass die Dynamik der Impfkampagne zunimmt. Wir dürfen uns darauf aber nicht ausruhen und müssen jetzt die Weichen stellen für die nächsten Schritte“, sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur. Wichtig sei eine gute Organisation für die kommenden Wochen, wenn die Impfpriorisierung aufgehoben werde, so der SPD-Politiker, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist. „Und wir brauchen einen realistischen Fahrplan für mögliche Impfangebote bei Kindern und Jugendlichen, der die Impfstofflieferungen und die Verteilung unter den Ländern berücksichtigt.“

          Dabei helfe Verlässlichkeit mehr als so manche frühzeitige Ankündigung, sagte Müller kurz vor dem Impfgipfel, bei dem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten unter anderem über Corona-Impfungen für Kinder beraten wollen. Beabsichtigt ist, bis Ende August allen Jugendlichen über zwölf Jahren Impfangebote zu machen. Zuvor muss allerdings noch die EU-Arzneimittelbehörde EMA voraussichtlich an diesem Freitag über eine entsprechende Zulassung für den bisher ab 16 Jahren zugelassenen Impfstoff von BioNTech und Pfizer entscheiden.

          „Was wir jetzt vor allem brauchen, ist eine schnelle Klärung der offenen Fragen“, sagte Müller weiter. „Mit Blick auf die nächsten Monate dürfen wir jetzt nicht den Fehler machen, kurzsichtig eine gute Infrastruktur abzuwickeln.“ Das gelte für das Testen ebenso wie für das Impfen. „Wenn Auffrischungsimpfungen nötig werden, zählt Geschwindigkeit. Auf solche Szenarien muss die Impfkampagne jetzt vorbereitet werden.“

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