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Corona in Deutschland : RKI registriert 5412 Neuinfektionen

  • Aktualisiert am

Weniger Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet: In Hessen geht die Inzidenz zurück. Bild: dpa

Das Infektionsgeschehen in Deutschland flaut weiter ab. Wegen des Feiertags vergangene Woche müssen die Werte aber mit Vorsicht interpretiert werden. In einigen Bundesländern endet die Priorisierung beim Impfen in Arztpraxen.

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          Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 5412 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 6922 Ansteckungen gelegen. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

          Aufgrund des Feiertags am 13. Mai sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hieß es im Lagebericht des RKI vom Sonntag. „Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

          Sieben-Tage-R-Wert sinkt weiter

          Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 83,1 (Vortag: 83,1; Vorwoche: 119,1). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 64 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 54 Tote gewesen.

          Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.598.846 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.300.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 86.160.

          Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 0,82 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

          Tourismus in einigen Ländern möglich

          Wenige Tage vor Pfingsten öffnet sich derweil Schleswig-Holstein am Montag unter Auflagen für Touristen. Auch in weiteren Bereichen wird das öffentliche Leben in dem nördlichen Bundesland wieder hochgefahren. Lokale dürfen ihre Innenbereiche wieder öffnen, Ausflugsschiffe wieder Gäste an Bord nehmen. Die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Ingrid Hartges, forderte die anderen Länder auf, sich das nördliche Bundesland zum Vorbild zu nehmen.

          Bisher waren touristische Übernachtungen nur in vier Modellregionen von Schleswig-Holstein möglich. Das Bundesland weist bundesweit die niedrigste Corona-Ansteckungsrate auf. Am Sonntagabend gab das Gesundheitsministerium in Kiel die Sieben-Tages-Inzidenz je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit 35,1 an. Für die Öffnungen müssen Touristen aber Hygieneauflagen erfüllen wie das Tragen von Schutzmasken in bestimmten Situationen sowie negative Corona-Tests vor der Anreise und dann alle drei Tage. Beim Besuch von Lokalen ist ein negatives Testergebnis oder der Nachweis des Impfschutzes nötig.

          Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Hartges sagte in der ARD-Sendung „Anne Will“ am Sonntagabend: „Ich finde, wir können von Schleswig-Holstein lernen.“ Trotz der Modellregionen seien die Infektionszahlen gesunken. Die Branche sei kein Pandemietreiber, habe lange ein „Sonderopfer“ erbracht und brauche wieder Perspektiven. Sehr viel Sicherheit schaffe auch das sogenannte 3G-Prinzip „Geimpft, Genesen, Getestet“. Es gehe um eine verantwortliche Öffnung, machte Hartges klar.

          Auch Hamburg denkt über Öffnung nach

          In mehreren Regionen Baden-Württembergs sind schon seit Samstag wieder Gastronomie und Beherbergungsbetriebe offen. Auch weitere Bundesländer haben Lockerungen vor Pfingsten in Aussicht gestellt. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher will seinem Senat am Dienstag vorschlagen, zu Pfingsten die Außengastronomie wieder zu öffnen, wie er bei „Anne Will“ sagte.

          Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, wo sich die Sieben-Tages-Inzidenzen der Marke von 50 nähern, gehen einen vorsichtigeren Weg als das benachbarte Schleswig-Holstein. Niedersachsen hat den Tourismus zunächst nur für Einwohner des Bundeslandes geöffnet. In Mecklenburg-Vorpommern darf die Gastronomie von Pfingstsonntag an wieder öffnen - außen und innen. Tourismus in dem Bundesland wird am 7. Juni für Einwohner des Landes und am 14. Juni für Gäste aus den anderen Bundesländern möglich sein. Dietmar Bartsch, der Linksfraktionschef im Bundestag mit Wahlkreis in Rostock, sagte dazu in der „Anne Will“-Sendung, das leuchte ihm nicht ein. „Jetzt wird das sehr hinausgezögert.“

          Das Impfen kommt voran

          Unterdessen kommt das Impfen gegen das Coronavirus in Deutschland deutlich voran. In einigen Bundesländern enden die Priorisierungen beim Impfen in Arztpraxen: Baden-Württemberg und Berlin beginnen an diesem Montag, Bayern folgt voraussichtlich im Laufe der Woche, Sachsen am 24. Mai. Allerdings dürfte vielerorts noch nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen, um allen Impfwilligen auch schnell einen Impftermin anbieten zu können. In den Impfzentren bleibt die Priorisierung noch bestehen.

          Mehr als 30 Millionen Menschen in Deutschland haben mindestens eine Corona-Impfung erhalten, gut 9 Millionen haben den vollen Impfschutz.

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