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Kritik an Risikogebieten : Zahl der Neuinfizierten abermals über 1000

  • Aktualisiert am

Test für Reiserückkehrer im rheinland-pfälzischen Bitburg Bild: dpa

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt weiter vierstellig. Zugleich übt der Deutsche Hausärzteverband Kritik an pauschalen Risikogebieten. „Wahnwitzig“ sei auch, dass Ärzte Hotelbuchungen von Reiserückkehrern kontrollieren sollen.

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          Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 1122 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Seit Beginn der Krise haben sich somit mindestens 215.336 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, meldete das RKI an diesem Samstagmorgen.

          Im Vergleich zum Freitag, an dem 1147 neue Fälle gemeldet wurden, ging die Zahl etwas zurück. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000 gelegen. Diese war zuletzt am 9. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder.

          Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9195. Bis Samstagmorgen hatten nach Schätzungen 196.400 Menschen die Infektion überstanden.

          Kritik an Corona-Testpflicht

          Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag bei 1,16 (Vortag: 0,99). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

          Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert lag ebenfalls bei 1,16 (Vortag: 1,06). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

          Der Deutsche Hausärzteverband übt Kritik an der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. „Viel zu testen ist an sich vernünftig, die Testpflicht ist aber Aktionismus, von dem ich wenig halte“, sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt der Zeitung „Welt“. Die Risikogebiete seien „viel zu pauschal“ eingeteilt worden und viele Hausärzte nicht für einen riesigen „Ansturm von Testwilligen“ ausgestattet.

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          Weigeldt bezeichnete es zudem als „absurd“, dass Reiserückkehrer dem Arzt glaubhaft machen müssten, tatsächlich im Ausland gewesen zu sein – etwa durch einen Boarding-Pass oder eine Hotelrechnung. „Wir sind Ärzte, die dafür da sind, Menschen zu behandeln und nicht die Außenstelle des Bundesgesundheitsministeriums. Wie soll ich denn auch überhaupt eine Hotelrechnung überprüfen? Wer da wann genau wo gewesen ist?“, sagte Weigeldt. „Das ist doch wahnwitzig.“

          Wer aus Risikogebieten nach Deutschland kommt, muss sich von diesem Samstag an bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen – kostenlos. Alternativ kann ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, das nicht mehr als zwei Tage alt ist. Rückkehrer aus Risikogebieten ohne negativen Corona-Test müssen sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben – eine Vorschrift, die schon bislang galt.

          Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Aktuell stehen darauf etwa 130 der weltweit knapp 200 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den Vereinigten Staaten. Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und einige Regionen Nordspaniens auf der Liste.

          Am Freitag wurden zudem nach der erste Woche zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern wegen des Coronavirus geschlossen. Am Donnerstag begann in Hamburg nach den Sommerferien wieder der Schulunterricht.

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