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Corona-Impfstoff : US-Experten machen Weg frei für Novavax-Zulassung

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Eine Mitarbeiterin in einem Impfzentrum hält eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff von Novavax in der Hand. Bild: Robert Michael/dpa

Auf eine Studie, die für Skepsis sorgte, folgte dann doch die Empfehlung. Der proteinbasierte Corona-Impfstoff kann nun auch in den USA zugelassen werden. In Deutschland blieb die Nachfrage bislang hinter den Erwartungen zurück.

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          Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Corona-Impfstoff Novavax empfohlen. 21 Experten stimmten am Dienstag für die Empfehlung, es gab eine Enthaltung und keine Gegenstimme – obwohl die Behörde in einer Vorabanalyse noch einen „Anlass zur Sorge“ wegen eines möglichen Risikos einer Herzmuskelentzündung gesehen hatte. Nach dem Votum der Experten wird erwartet, dass die FDA in Kürze eine Notfallzulassung für Novavax erteilt.

          Nach der Zulassung von Novavax durch die FDA müsste noch die Gesundheitsbehörde CDC Leitlinien zum Einsatz des Impfstoffs erlassen. In den USA sind bislang drei Impfstoffe zugelassen: Die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sowie der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson. Die Verwendung von letzterem wurde zuletzt allerdings eingeschränkt, weil er mit einer schweren Form der Blutgerinnung in Verbindung gebracht wurde.

          Zunächst skeptische Studie

          Die FDA hatte vergangene Woche eine Analyse zu den Daten der klinischen Versuche mit dem Novavax-Impfstoff veröffentlicht. Demnach waren bei Versuchspersonen, die den Impfstoff erhielten, sechs Fälle von Herzmuskelentzündung aufgetreten. Bei der Gruppe, die nur ein Placebo erhielt, war es nur ein Fall. Insgesamt nahmen 40.000 Menschen an den Studien teil. Der Impfstoff-Hersteller wies allerdings einen kausalen Zusammenhang zwischen den Fällen und seinem Produkt zurück.

          Nachdem der Aktienkurs von Novavax nach der FDA-Analyse vergangene Woche abgestürzt war, hatte die US-Börse in Erwartung der Expertenentscheidung den Handel der Aktie vorläufig ausgesetzt. Nach der Empfehlung durch das Beratergremium steigen die Aktien nun im nachbörslichen Handel um fast 23 Prozent.

          Proteinbasierter Impfstoff

          Während Novavax in den USA noch nicht zugelassen ist, verwenden andere Märkte wie die EU, Großbritannien und Kanada den Impfstoff schon seit Monaten. Mit dem proteinbasierten Impfstoff ist die Hoffnung verbunden, dass sich Menschen zu einer Impfung durchringen, die Vorbehalte gegen die bisher vorherrschenden mRNA-Vakzine haben. Die Nachfrage nach dem Impfstoff blieb in Deutschland aber gering.

          Der Impfstoff hat jedoch noch weitere Vorteile: Anders als beispielsweise der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer lässt sich das Novavax-Vakzin bei Kühlschranktemperatur lagern. Das erleichtert die Logistik und macht das Mittel auch für ärmere Länder interessant.

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