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Coronavirus in Deutschland : RKI meldet deutlichen Anstieg der Todesfälle

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Das Team eines Intensivtransportwagens fährt auf einer Intensivstation des RKH Klinikum Ludwigsburg einen Covid-19-Patienten, der aus einem anderen Krankenhaus verlegt wurde, auf einer Intensivtrage. Bild: dpa

Binnen eines Tages hat das Robert-Koch-Institut 446 weitere Corona-Tote registriert – 33 Prozent mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt zum zweiten Mal in Folge.

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          Die Zahl der Corona-Todesfälle ist im Vergleich zur Vorwoche deutlich angestiegen. Deutschlandweit wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) binnen 24 Stunden 446 Tote in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion verzeichnet. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.55 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 335 Todesfälle. Der Anstieg liegt damit bei 33 Prozent.

          Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 67.186 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 66.884 Ansteckungen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank zum zweiten Mal in Folge. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 442,9 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden, am Dienstag hatte der Wert leicht darunter bei 452,2 gelegen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 404,5 gelegen (Vormonat: 118,0). Weiterhin sind vor allem Sachsen, Thüringen und Bayern besonders stark von dem Pandemiegeschehen betroffen. Die meisten der 32 Landkreise, die Inzidenzen über 1000 aufweisen, liegen in diesen drei Bundesländern. Dort ist die Impfquote auch geringer als in anderen Bundesländern.

          Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.903.999 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 5,73 an (Montag: mit 5,52). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwoch mit 4.937.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 101.790.

          Nach Beratungen von Bund und Ländern rückt eine allgemeine Impfpflicht näher. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz hatte am Dienstag geäußert, dass er in einer Abstimmung im Bundestag dafür stimmen würde. Scholz plädiert dafür, dass ab spätestens Anfang März eine allgemeine Impfpflicht gilt. „Mein Vorschlag ist ja, dass der Zeitpunkt, bis zu dem dann jeder und jede sich hat impfen lassen, auch nicht allzu fern liegt, also mein Vorschlag: Anfang Februar oder Anfang März“, sagte Scholz am Dienstag. Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht als unumgänglich bezeichnet. Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Endlich zeigt der designierte Bundeskanzler Scholz nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Führungsstärke. Die von ihm geforderte allgemeine Impfpflicht ist nach Auffassung des Mittelstands jetzt unumgänglich geworden, um das Horrorszenario eines flächendeckenden Lockdowns zu verhindern.“

          Der Verband begrüße alle Maßnahmen, die von Bund und Ländern besprochen worden seien – zur Intensivierung der Impfkampagne, zur Booster-Offensive und zur möglichen Einbeziehung der Apotheken. „Ebenso nachdrücklich plädieren wir für die stärkere Einbindung der Betriebsärzte“, sagte Jerger. „Amtierende und künftige Bundesregierung müssen jetzt gemeinsam sicherstellen, dass in ausreichendem Maße Impfstoff zur Verfügung steht.“

          Der designierte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) geht davon aus, dass die Verletzung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus, sollte der Bundestag sie demnächst beschließen, mit einem Bußgeld geahndet würde.

          Am Donnerstag wollen Bund und Ministerpräsidenten wieder zusammenkommen. Dann soll ein „umfangreiches Paket für Kontaktreduzierungen“ beschlossen werden, sagte der CDU-Politiker und Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) Hendrik Wüst. Dabei gehe es vor allem um Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, um deutliche Reduzierungen bei Großveranstaltungen, um die Ausweitung von 2-G-Maßnahmen, die kurzfristige Umsetzung einer „einrichtungsbezogenen Impfpflicht“ im Pflegebereich sowie die Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht.

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