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Coronavirus : 15 Bundesländer setzen Unterricht aus

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Stühle hoch bis Ostern: Ein Klassenzimmer im Rupprecht-Gymnasium in München Bild: EPA

Fast alle Bundesländer ergreifen nun drastische Maßnahmen gegen das Coronavirus. Zwölf Bundesländer schließen flächendeckend, Sachsen und Hessen setzen die Schulpflicht aus, Brandenburg den regulären Unterricht. Abiturienten sollen keine Nachteile erleiden.

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          Das Coronavirus bringt den Betrieb in Schulen und Kindertagesstätten quer durch Deutschland zum Stillstand. Eine ganze Reihe von Bundesländern hat am Freitag angekündigt, vom kommenden Montag an zu schließen, um die weitere Ausbreitung zu vermeiden.  

          In Berlin stellen die Schulen und Kitas von nächster Woche an stufenweise ihren Betrieb ein. Das teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Freitag mit. Die Schließung soll am Montag mit den Oberstufenzentren beginnen. In Niedersachsen werden ebenso ab Montag alle Schulen geschlossen, mehrere Hochschulen hatten schon am Donnerstag die Einstellung des Lehrbetriebes oder Einschränkungen verkündet. Gleiches gilt für das Saarland. Dort beschloss der Ministerrat offiziell, dass die Einrichtungen bis nach den Osterferien Ende April schließen. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte einen solchen Schritt bereits zuvor angekündigt.

          Eine Notversorgung bei der Betreuung von Kindern soll laut Hans sichergestellt werden. Der Ministerpräsident verwies auch darauf, dass das Saarland wegen seiner direkten Nähe zu den Nachbarländern Frankreich und Luxemburg vor besonderen Herausforderungen stehe. Allen Berufspendlern aus Frankreich werde empfohlen, bis auf Weiteres zu Hause bleiben. Auch in Bremen und in Schleswig-Holstein teilten die Landesregierungen entsprechende Entscheidungen mit. In Schleswig-Holstein sind auch die Hochschulen von der Maßnahmen betroffen. „Studierende sollen nicht in die Hochschulen kommen“, hieß es.

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          In Nordrhein-Westfalen schließt die Schulen in der ersten Hälfte der kommenden Woche bis zu den Osterferien. Das hat das Kabinett am Freitag entschieden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus der Landesregierung erfuhr. Der genaue Schließungstag war zunächst noch offen – die „Rheinische Post“ berichtete, dass die Schulen spätestens am Mittwoch geschlossen werden sollen. Der Start des Sommersemesters an den Hochschulen im Land wird aber vorerst auf den 20. April verschoben. Ursprünglich sollte das Sommersemester an den Fachhochschulen am 23. März und an den Universitäten am 6. April beginnen.

          In Mecklenburg-Vorpommern werden die Schulen gebietsweise geschlossen: In Rostock und im
          Landkreis Ludwigslust-Parchim werden der Schulunterricht und die Betreuung in Kindergärten von Montag an eingestellt. Dies verkündete Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag in Schwerin. Über flächendeckende Maßnahmen soll am Samstag entschieden werden. 

          Ab kommendem Mittwoch werde es an den Bildungseinrichtungen in Brandenburg vorerst keinen regulären Unterricht und keine Betreuung mehr geben, teilte die Staatskanzlei am Freitag in Potsdam nach einer Sondersitzung der Landesregierung zur Coronakrise mit. Die Regelung gelte zunächst bis zum Ende der Osterferien am 19. April. In den Kommunen soll den Angaben zufolge eine Notbetreuung für Kinder und Schüler bis zur sechsten Klasse organisiert werden. Die Lehrkräfte würden die Kinder und Jugendlichen direkt oder digital mit Aufgaben versorgen, erklärte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). „Die Abiturprüfungen werden auch in 2020 abgelegt werden können“, betonte Ernst. Der Beginn des Sommersemesters wird auf den 20. April 2020 verlegt.

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