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Zahl der Infizierten sinkt : RKI schätzt Reproduktionszahl derzeit auf 0,65

  • Aktualisiert am

Lars Schaade im April bei einer RKI-Pressekonferenz Bild: dpa

Von der kommenden Woche an wird es keine regelmäßigen Pressebriefings des Robert-Koch-Instituts mehr geben – weil die Fallzahlen zurückgegangen sind. Allerdings ist die offizielle Zahl der Neuinfektionen gestiegen.

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          Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland ist den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge um 1284 auf 166.091 gestiegen. Die Zahl der Todesopfer stieg den Angaben zufolge um 123 auf 7119, die Zahl der Genesenen um 2500 auf etwa 139.900. Damit gibt es zum ersten Mal seit längerer Zeit offiziell unter 20.000 aktiv Infizierte in Deutschland.

          Die von Mittwoch auf Donnerstag gemeldeten 1284 Neuinfektionen in Deutschland deuten nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts noch nicht auf eine neue Dynamik der Virus-Ausbreitung hin. „Da kann man noch keinen Anstieg daraus machen“, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Donnerstag bei einem Pressebriefing in Berlin. „Jetzt würde ich vermuten, dass es noch das normale Meldeverhalten im Wochenverlauf widerspiegelt.“ In den vergangenen Tagen war die Zahl der Neuinfizieren deutlich niedriger gewesen. Es sei aber regelmäßig so, sagte Schaade, dass am Mittwoch und Donnerstag die höchsten Zahlen gemeldet würden. Die sogenannte Reproduktionszahl schätzt das RKI derzeit auf 0,65.

          Von der kommenden Woche an wird es die regelmäßigen RKI-Briefings nicht mehr geben, teilte Schaade mit. Zu Beginn der Krise sei es wichtig gewesen, das Geschehen einzuordnen durch häufige Unterrichtungen der Öffentlichkeit. Es werde weiterhin Pressekonferenzen geben, dann aber anlassbezogen.

          Seit gestern ist die Marke von 50 Neuinfektionen am Tag je 100.000 Einwohner eine wichtige Kennziffer dafür, ob es zu weiteren Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommt oder nicht. Lars Schaade sagte, das RKI sei bei der Gestaltung der Marke involviert gewesen – diese zu setzen, sei letztlich aber eine politische Entscheidung gewesen. Die Marke sei ein pragmatischer Grenzwert, der wichtig sei, um von der lokalen Ebene auf die Landesebene zu wechseln, wenn es um die Durchsetzung der Maßnahmen gehe.

          Die vom Coronavirus betroffenen Personen sind in Deutschland im Schnitt 50 Jahre alt. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen, sagte Schaade. Häufig genannte Symptome seien: Husten bei 50 Prozent der Betroffen, Fieber bei 41 Prozent, Schnupfen bei 21 Prozent, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns bei fünf Prozent. 18 Prozent der Fälle seien hospitalisiert worden –  insgesamt sind das 23.900 Fälle. 2,8 Prozent der Fälle hätten eine Lungenentzündung oder Pneumonie entwickelt. Der Anteil der Verstorbenen (7119) betrage 4,3 Prozent. Dass dieser Anteil so hoch sei, liege daran, dass weiterhin viele Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen vorkämen. Die verstorbenen Personen waren im Durchschnitt 81 Jahre alt, 79 Prozent aller Verstorbenen waren 70 Jahre oder älter.

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