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Corona in Deutschland : Mehr als 2000 Neuinfektionen – Inzidenz steigt auf 13,2

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Eine Frau wird von einer Arzthelferin in einer zum Impfzentrum umfunktionierten Betriebskantine in Wismar gegen das Coronavirus geimpft. Bild: Gregor Fischer/dpa

Um 43 Prozent steigt die Zahl der neuen Corona-Fälle verglichen mit der Vorwoche. Laut dem RKI sind vor allem Jüngere betroffen. Ärzte fordern mehr Tests für Schüler und mehr Impfungen.

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          Die Sieben-Tage-Inzidenz des Coronavirus steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen liegt sie nun bundesweit bei 13,2. Am Vortag betrug der Wert 12,2 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Elf der 16 Bundesländer weisen einen Wert von über 10 auf; am höchsten ist die Inzidenz weiterhin in Berlin (21,8), am niedrigsten in Sachsen-Anhalt (2,9). Mit Ausnahme Berlins steigen die Inzidenzen im Osten Deutschlands deutlich weniger stark an als im Rest der Republik.

          Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2089 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1456 Ansteckungen gelegen. Wie das RKI am Donnerstag im Lagebericht schreibt, könnten die Gesundheitsämter aufgrund der „insgesamt noch niedrigen Inzidenz viele Infektionsketten nachvollziehen“. „Zunehmend werden auch Fälle mit einer wahrscheinlichen Exposition im Ausland (häufigste Angabe derzeit: Spanien) übermittelt.“ Spanien ist seit dem 11. Juli wieder als Risikogebiet eingestuft.

          „Der derzeitige Anstieg der Inzidenz ist vor allem in den Altersgruppen der 15- bis 34-Jährigen zu beobachten. Auch der Anteil der positiv getesteten Proben unter den in den Laboren durchgeführten PCR-Tests steigt seit zwei Wochen wieder an“, heißt es weiter beim RKI. Nach Angaben der Behörde lag der Positivenanteil zuletzt bei 1,6 Prozent und damit noch auf einem niedrigen Niveau. Der Rückgang der Anzahl der hospitalisierten und intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten setze sich aktuell nicht weiter fort, schreibt das RKI.

          34 neue Todesfälle

          Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 34 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg damit auf 91.492.

          Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.752.592 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.643.300 an.

          Angesichts der steigenden Inzidenz und der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante fordert der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, mehr Schutzmaßnahmen für Schüler zu Beginn des neuen Schuljahres. Tägliche Testungen vor Unterrichtsbeginn müssten das Ziel sein, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. So könne man die Infektionsdynamik verringern und Wechselunterricht vermeiden. Reinhardt schlägt dafür die Nutzung von leicht durchführbaren, sogenannten Lolly-Tests vor. Diese sollten flächendeckend für alle Schüler zur Verfügung gestellt werden.

          Impfen muss schneller vorankommen

          Um eine vierte Welle mit der Delta-Variante besser unter Kontrolle zu halten, fordern Intensivmediziner eine Erhöhung des Impftempos. „Es ist das Wichtigste, dass sich möglichst viele vollständig impfen lassen. Das ist unsere effektivstes Mittel gegen die Pandemie. Nur so lässt sich die vierte Welle abschwächen“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, der Funke Mediengruppe. Um gegen die Delta-Welle gerüstet zu sein, sei eine Impfrate von 85 Prozent nötig. Marx sei besorgt, weil etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland nicht vollständig und 32 Millionen gar nicht geimpft seien.

          Aktuell haben knapp über 60 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis erhalten. Weniger als 50 Prozent gelten als vollständig geimpft.

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