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Stark steigende Zahlen : RKI rät wieder zu Absage von Veranstaltungen und Vermeidung von Kontakten

  • Aktualisiert am

Passanten gehen am Donnerstag über den Duisburger Weihnachtsmarkt. Bild: dpa

Das Robert Koch-Institut stuft die aktuelle Corona-Entwicklung weiter als „sehr besorgniserregend“ ein. Gesundheitsminister Spahn hält eine allgemeine Impfpflicht für nicht durchsetzbar. Und Österreich soll Hochrisikogebiet werden.

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          Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft die aktuelle Corona-Entwicklung weiter als „sehr besorgniserregend“ ein. Es rät „dringend dazu, größere Veranstaltungen möglichst abzusagen oder zu meiden, aber auch alle anderen nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren“. Das geht aus dem Wochenbericht des Instituts vom Donnerstagabend hervor. „Sofern sie nicht gemieden werden können, sollte man unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus vorher einen Test machen und die Corona-Warn-App nutzen.“

          Auch Geimpfte und Genesene sollten Masken tragen, Abstand halten und Räume, in denen mehrere Menschen sind, regelmäßig lüften. Bei Atemwegserkrankungen wie etwa Schnupfen oder Husten sei es für alle Menschen, auch geimpfte, „unbedingt erforderlich“, daheim zu bleiben, zudem jedoch einen Hausarzt zu kontaktieren und dort einen PCR-Test machen zu lassen.

          Österreich soll Hochrisikogebiet werden

          Trotz der stark steigenden Infektionszahlen hält Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine allgemeine Impfpflicht für nicht durchsetzbar. „Das würde unser Land zerreißen“, sagte er dem Nachrichtenmagazin Spiegel in einem am Donnerstagabend online veröffentlichten Interview. Auch zu einer Impfpflicht für Pflegekräfte äußerte er sich skeptisch. Er „hätte die Sorge, dass wir mit zu viel Druck viele Pflegekräfte verlieren könnten“, sagte Spahn. Allerdings sei er dafür, die Beschäftigten in der Pflege täglich zu testen.

          Spahn plädiert angesichts der Belastungen durch die Corona-Pandemie zudem für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften. „Dieser Job ist ein gewaltiger Kraftakt. Die Pflegekräfte stehen vier, fünf Stunden an einem Bett, schwitzend, ohne sich erleichtern zu können, ohne Trinkpause. Da sollten wir finanziell noch was drauflegen“, sagte Spahn am dem Spiegel. Er beobachte, wie sehr Pflegekräfte für ihre Arbeit brennen würden. Viele seien nach drei Pandemiewellen allerdings auch ausgebrannt, frustriert und gäben ihre Jobs auf. „Wer aber jetzt sagt, dass die Politik in den letzten Monaten mehr Intensivpfleger hätte ausbilden sollen, hat keine Ahnung, wie lang die Ausbildung dauert“, so Spahn. „Fest steht aber, dass wir die Vergütung weiter verbessern müssen.“

          Außerdem will die Bundesregierung Österreich, die Tschechische Republik und Ungarn zu Hochrisikogebieten erklären. Die Einstufung solle am Freitag vorgenommen werden und ab Sonntag in Kraft treten, berichtete die Funke-Mediengruppe am Donnerstag. Einzelne Gemeinden in Österreich sollen demnach allerdings ausgenommen werden.

          Die Sieben-Tages-Inzidenz lag in Österreich zuletzt bei über 700 Fällen pro 100.000 Einwohnern. In Oberösterreich erreichte der Wert fast 1200. Dort ist ab der kommenden Woche ein Lockdown für Ungeimpfte geplant.

          Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen für zehn Tage in Quarantäne. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden übermitteln. Bei nachträglicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die Quarantäne verkürzt werden.

          Als Hochrisikogebiete werden Länder oder Regionen eingestuft, in denen wegen hoher Infektionsraten ein besonders hohes Infektionsrisiko angenommen wird. Auf der Risikoliste des RKI stehen derzeit rund 70 Länder ganz oder zu Teilen. Darunter sind auch mehrere EU-Staaten. Daneben gibt es auch noch die Kategorie des Virusvariantengebiets für Gegenden, in denen bestimmte Coronavirus-Mutanten besonders weit verbreitet sind. Hier sind derzeit keine Staaten oder Regionen eingestuft.

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