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Corona-Risikogruppen : Die Freiheit der anderen

Jeder wie er mag: In der Frankfurter Innenstadt tragen am Dienstag einige Menschen Maske, andere tragen keine mehr. Bild: Lucas Bäuml

Seit dem Ende der Maskenpflicht ist der Corona-Alltag für Risikopersonen kompliziert geworden – viele chronisch Kranke bleiben wieder zu Hause, so oft es geht. Sie fühlen sich bei den Lockerungen übersehen.

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          Das Herz der Studentin bringt auch ohne Sport Höchstleistungen, jeden Tag aufs Neue. Lina Baumann ist 21 Jahre alt und leidet an Lungenhochdruck. Weil der Widerstand in den Gefäßen ihrer Lunge größer ist, als er sein sollte, muss ihr Herz mehr arbeiten, um das Blut hindurchzupumpen. Patienten, die an Lungenhochdruck leiden, sind oft körperlich nicht so belastbar wie Gesunde. Im schlimmsten Fall gelingt es dem Herzen nicht, den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Dann bekommen die Kranken schlecht Luft, der Kreislauf sackt ab, ihnen wird schwindelig. Manchmal färben sich sogar Finger und Zehen blau. Baumann ist, wie ihre Ärzte sagen, gut eingestellt. Sie bekommt Medikamente in der richtigen Dosis und kann ein weitgehend normales Leben führen. Oder besser: Sie könnte. Wäre da nicht Corona.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.
          Lucia Schmidt
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In der Pandemie gilt Baumann, die eigentlich anders heißt, mit ihrer chronischen Erkrankung als Risikoperson. Als Mitglied einer vulnerablen Gruppe, die es besonders zu schützen gilt. Die Pandemie hat Menschen aller Altersgruppen zu Risikogruppen werden lassen. Behinderte, Jugendliche, Kinder, ja ganze Familien. In den sozialen Medien versuchen viele von ihnen, unter Hashtags wie #Risikogruppe oder #Schattenfamilien auf sich aufmerksam zu machen. Immer wieder beschreiben sie dort ihre Situation; beklagen, von der Politik nicht gesehen oder gar vergessen zu werden.

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