https://www.faz.net/-guw-a6431

Corona-Pandemie : Österreich erlässt Quarantänepflicht für Einreisen über Weihnachten

  • Aktualisiert am

Bundeskanzler Kurz am Dienstag in Wien Bild: dpa

Österreich verhängt für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten von Mitte Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen, teilte die Regierung mit.

          2 Min.

          Österreich verhängt für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten von Mitte Dezember an bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht. Der genaue Beginn ist noch Gegenstand von Verhandlungen. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen, teilte die Regierung am Mittwoch in Wien mit. Österreich setze auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Virus nicht durch Rückkehrer oder Touristen ins Land getragen werde, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien. Der Schwellenwert seien mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Das gelte praktisch für alle Nachbarstaaten und speziell auch für den Westbalkan, hieß es.

          Alle Gaststätten und Hotels müssen bis zum 7. Januar geschlossen bleiben. Es werde wirtschaftliche Entschädigungen geben, sagte Kurz. Die Lifte in den Skigebieten dürfen ab dem 24. Dezember öffnen – und können somit im Wesentlichen von Einheimischen genutzt werden. Zugleich dürfen nach dem Ende des aktuellen Lockdowns am 6. Dezember die Geschäfte und die Museen wieder öffnen. Auch die Pflichtschulen werden wieder geöffnet. Ausgangsbeschränkungen bestehen dann noch zwischen 20 Uhr und 6 Uhr. „Die sinkenden Zahlen sind ein Erfolg, aber kein Grund zur Entwarnung“, sagte Kurz. Eine Überlastung des Gesundheitssystems sei bisher verhindert worden.

          Spahn: Skifahren für sich ist nicht das Problem

          Er rief die Bürger auf, sich an den bevorstehenden Massentests zu beteiligen. In Wien, Tirol und Vorarlberg können sich die Menschen ab Freitag testen lassen. Danach folgen weitere Bundesländer. Die Experten hoffen, dass sich mehrere Millionen Menschen beteiligen, um so die Infektionsketten zu unterbrechen. In Österreich ist aufgrund des Lockdowns die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen. Allerdings ist der Abwärtstrend weniger stark als erhofft. Am Mittwoch wurden 3972 Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist dieser Wert um ein Mehrfaches höher als in Deutschland.

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die von Österreich angekündigte Quarantänepflicht für Einreisende begrüßt. Alle hätten die Erfahrungen aus Februar und März noch in den Knochen, dass durch den Rückreiseverkehr aus dem Skiurlaub das Virus teils unbemerkt in fast alle EU-Staaten mitgebracht worden sei, sagte Spahn am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit seinen EU-Amtskollegen. Dabei sei Skifahren für sich allein nicht das Problem, es gehe um Aktivitäten rundherum. Vor diesem Hintergrund begrüße er die Entscheidungen Österreichs.

          In einer früheren Fassung hatte es geheißen, die Quarantänepflicht gelte ab 7. Dezember. Tatsächlich ist der genaue Starttertmin aktuell noch Gegenstand von Verhandlungen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auf dem Weg zur Pressekonferenz: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

          EU-Konferenz : Regierungen wollen unnötige Reisen einschränken

          Die Grenzen im Binnenmarkt bleiben offen, doch sollen die Regeln noch strenger werden. Insbesondere für Menschen, die in Hochrisikogebieten leben. Genau dafür hatte sich Bundeskanzlerin Merkel stark gemacht.
          Ein Mann arbeitet auf einer Leiter in einer Berliner Wohnung.

          Unfallrisiko im Haushalt : Treppen, Mixer und Messer

          Mehr als zehntausend Menschen sterben jedes Jahr durch einen Unfall zu Hause. Die Bandbreite an Verletzungen ist dabei immens. Warum achtsames Verhalten selbst bei Küchengeräten ratsam ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.