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Fragen der F.A.Z.-Leser : Sind Pakete gefährlich, überleben Viren im Bart, wieso 1,5 Meter Abstand?

Hier gilt ähnliches wie bei den Paketen: Ob und wie lange und wann genau das Virus auf Oberflächen überlebt, weiß man nicht. Insgesamt ist die Übertragung im persönlichen Kontakt die wahrscheinlichere. Aber natürlich schadet es nicht, die eingekaufte Ware gründlich abzuwaschen und die Chips in eine Schüssel zu füllen, wenn man ganz sicher gehen will. Am wichtigsten bleibt aber das Waschen der eigenen Hände nach dem Einkauf.

Ich bin 44 Jahre alt und Asthmatiker. Wie soll ich mich schützen, wenn in einigen Wochen meine sechs und neun Jahre alten Söhne wieder in die Kita und in die Schule gehen?

Das ist eine Frage, vor der vermutlich viele Familien stehen, in denen es chronisch kranke oder alte Mitglieder gibt. Natürlich können Sie die allgemeinen Tipps zur Hygiene der Hände und des Haushalts beherzigen. Aber bei der Frage, wie das Leben in ein paar Wochen langsam wieder beginnen kann, werden solche Fragen sicherlich eine Rolle spielen müssen. Man kann hoffen, dass Politiker und Experten solche Fälle im Blick haben.

Bei uns in der Nachbarschaft wird eine Fassade mit einer Hochdruckmaschine gereinigt. Die Handwerker tragen keinen Mundschutz. Sprühnebel wird im ganzen Viertel durch den Wind verteilt und hinter dem Haus befindet sich ein Altersheim. Besteht die Gefahr, dass sich die Viren in diesem Sprühnebel verteilen, sofern ein Handwerker infiziert ist und während der Arbeit hustet oder niest?

Hier müsste extrem viel zusammenkommen. Man weiß, dass Coronaviren sich nicht besonders lange in der Luft halten und dann zu Boden fallen. Alle bisherigen Daten weisen daraufhin, dass sich auf diesem beschriebenen Weg eher keiner anstecken kann. Aber in der Frage spielt ja auch die Übertragung durch Wasser eine Rolle. Hier heißt es auf der Seite des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus aus Österreich: Das Coronavirus kann im Wasser nicht überleben und sich auch nicht vermehren. Leitungswasser kann ohne Bedenken konsumiert werden. Der Sprühnebel sollte demnach keine besondere Gefahr darstellen.

Könnte man nicht allen Menschen vorschreiben, Mundschutz in der Öffentlichkeit zu tragen und weitgehend zum normalen Leben zurückkehren?

Die Frage, wie es in Deutschland mit dem Mundschutz weitergeht, wird gerade heftig diskutiert. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass eine Mundschutzpflicht kommt. Allerdings muss man dazu wissen: Die gängigen Mundschutze oder die, die man sich nähen kann, schützen andere, wenn man selbst husten oder niesen muss. Auch beim Sprechen bieten sie einen gewissen Schutz. Ebenso können sie die Viruslast, die auf einen trifft, etwas reduzieren. Aber sie haben keinen Filter und lassen deshalb auch Viren durch.

Das heißt, sie sind kein sicherer Schutz vor der Ansteckung und sie dürfen nicht dazu führen, dass man den Abstand von zwei Meter nicht mehr einhält, eng zusammensteht oder die Hände nicht mehr wäscht. Ein Mundschutz kann etwas bringen, aber nur wenn alle anderen Maßnahmen auch berücksichtigt werden. Deshalb müssen wir wohl noch ein paar Wochen mit ordentlich Abstand leben und dann eventuell Masken in der Öffentlichkeit tragen.

Gestern stießen wir im Austausch mit Menschen, die alle älter als 60 Jahre alt sind und in den vergangenen Jahren eine Patientenverfügung ausgefüllt haben, auf die Frage: Wenn dort steht, dass man keine lebensverlängernden Maßnahmen am Lebensende wünscht, also auch keine Beatmung – gilt das auch im Fall von Covid-19? Sollte man die Patientenverfügung vielleicht durch eine Anmerkung ergänzen?

Erst einmal ist es gut, eine Patientenverfügung zu haben. Noch besser ist es, wenn man zu der Patientenverfügung noch eine Vorsorgevollmacht hat. In einer Patientenverfügung wird geregelt, welche ärztlichen Maßnahmen man wünscht oder ablehnt, wenn man sich selbst nicht mehr äußern kann. Eine Vorsorgevollmacht, die man auch nur auf medizinische Fragen beschränken kann, ermöglicht es einer anderen Person anstelle von einem selbst, gesundheitliche Entscheidungen zu treffen – die vielleicht der Situation angepasst sind.

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